Armierungen für den Bau von Betonmöbeln

Betonarmierungen

und ihr Einsatz im Möbelbau

eine Kurzübersicht

Ohne Armierung ist eine Betonplatte so stabil wie eine Scheibe Knäckebrot -  Nein, diese Aussage ist natürlich stark übertrieben, aber ohne Armierung ist die Stabilität des Beton in der Tat sehr stark eingeschränkt.

 

Armierungen spielen in der Herstellung von Betonmöbeln eine entscheidende Rolle, da es sich in der Regel um ehr dünnwandige Bauteile handelt.

 

In diesem Artikel möchte ich dir einen kurzen Überblick über die verschiedenen Armierungsarten und deren Anwendung in der Herstellung von Betonmöbeln verschaffen.

Estrichmatten

Estrichmatten kommen bei Möbelstücken zum Einsatz, welche später einer einfachen bis mittleren Belastbarkeit standhalten sollen.

 

Die Matten gibt es in der Ausführung aus verzinktem Metall und einer etwas teureren und stabileren Ausführung aus Edelstahl. Die Metallmatten können relativ einfach mit einem Seitenschneider auf das gewünschte Maß geschnitten und mit der Hand in die gewünschte Form gebogen werden.

 

Die Matten sind zur Armierung von kleineren Tischplatten mit einer Stärken von 3 - 5 cm sehr gut geeignet. Für dünne Tischplatten von 1 - 2,5 cm sind diese weniger geeignet, da die Matten im Beton sehr leicht "aufschwimmen" und an die Oberfläche treten.

 

Estrichmatten mit einer Größe von ca. 2 m² erhälst du in jedem Baumarkt zum Preis von 3 - 5 Euro.

Armierungsstahl kommt bei Bauteilen mit einer hohen statischen Belastung zum Einsatz, es gibt ihn in verschiedenen Materialstärken und auch als Stahlmatten.

 

Bei Armierungsstahl handelt es sich um Rohstahl, welcher im Kontakt mit Feuchtigkeit korrodiert (rostet). Da unbehandelter Beton Feuchtigkeit wie ein trockener Schwamm aufnimmt, wird eine Mindestbetonabdeckung von ca. 5 cm empfohlen.

 

Die Mindestabdeckung kann unterschritten werden, wenn die Oberfläche versiegelt wird. Wenn der Stahl im Beton durch Feuchtigkeit korrodiert, kann dies zu braunen Flecken an der Betonoberfläche führen und über längere Zeit die Statik des Bauteils schädigen.

 

Bei dünnen Bauteilen kann auch rostfreier Edelstahl verwendet werden, dieser ist jedoch im Gegensatz zum normalen Armierungsstahl sehr teuer. 

 

Armierungsstahl ist in jedem Baumarkt als 2-Meter Ware erhältlich. 

Die Preise liegen hier je nach Stärke zwischen 2 - 6 Euro.

Armierungsgewebe / Textilbeton

Armierungsgewebe gibt es in verschiedenen Materialstärken und mit unterschiedlichen Maschenweiten.

 

Die Gewebe kommen hauptsächlich bei sehr dünnwandigen Bauteilen und dünnen Tischplatten, insbesondere in Kombination mit UHPC (Ultrachochfester Beton) zum Einsatz. Sie können im sog. Laminierverfahren mehrschichtig in das Bauteil eingearbeitet werden. Durch die mehrschichtige Verarbeitung können Sie sehr hohe Druckkräfte aufnehmen.

 

Größere Tischplatten erhalten hierdurch sogar eine geringe Flexibilität, was man bei Beton nicht unbedingt vermuten würde. 

 

In eine 10 mm starke Tischplatte können theoretisch bis zu fünf Gewebeschichten eingearbeitet werden. Eine Überdeckung von einem Millimeter pro Schicht ist ausreichend.

 

Das Textilbeton-Verfahren gibt es noch nicht sehr lange auf dem Markt, es wurde an der technischen Universität Dresden entwickelt und getestet. 

 

Durch den Einsatz von Textilbeton ergeben sich für Betondesigner bislang unbekannte Möglichkeiten. Ich selbst hatte mich in der Vergangenheit auch intensiv mit diesem Thema beschäftigt und den abgebildeten Tisch mit einer Materialstärke von nur 10 mm hergestellt.

Für sehr dünne Betonteile mit hohen statischen Anforderungen gibt es auch Armierungsgewebe aus Karbon, das Karbongewebe ist jedoch sehr teuer. 

 

Verschiedene Armierungsgewebe erhältst du bei jedem Baustoff-Großhändler als Meterware. Die Preis richten sich hier nach der gewünschten Materialstärke.

Glasfasern

Die zwischen 10 und 13 cm langen Fasern werden aus alkaliresistentem Glas hergestellt, sie kommen besonders bei sehr dünnwandigen Bauteilen zum Einsatz und werden vor oder während des Mischvorgangs in den Beton gegeben.

 

Die Glasfasern tragen zur Minderung der Rissgefahr bei, indem sie im Beton enthaltene Spannungen aufnehmen. Auch wenn man es sich aufgrund ihrer geringen Größe kaum vorstellen kann, tragen sie nicht unerheblich zur Verbesserung der statischen Belastbarkeit bei.

 

Die Fasern verschwinden komplett in der Betonmasse und sind später auf der Oberfläche nicht sichtbar.

 

Die maximale Zugabemenge sollte 2 % des Betongewichts nicht überschreiten. Die Glasfasern können mit allen anderen Armierungsarten kombiniert werden.

Die Glasfasern sind auch als Flies erhältlich. Das Flies kann wie das Armierungsgewebe mehrschichtig in den Beton eingearbeitet werden. 

Ich habe mit dieser Art der Glasfaserarmierung bislang nur gute Erfahrungen gemacht und diese in Kombination mit Stahl- und Textilarmierungen bei nahezu allen Möbelstücken verwendet.

 

Die Fasern sind nicht in jedem Baumarkt, aber bei jedem Baustoff-Großhändler erhältlich. Die Fasern sind nicht gerade günstig, für 100 g liegen die Kosten bei rund 3 Euro, bei Abnahme größerer Mengen verringert sich der Preis deutlich.

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