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Uhr aus Beton selber machen

Eine Wanduhr aus Beton selber bauen

Eine DIY-Anleitung

Schwierigkeitsgrad: einfach (für Anfänger geeignet)

 

Geschätzter Zeitaufwand: etwa 2 Stunden 

 

Materialkosten: ca. 18,00 Euro 

Benötigte Materialien: 

 

- Holzplatte als Unterlage

- Winkelprofil aus Kunststoff

- Kunststoffmatte "Grundvattnet"     von IKEA 

- Uhrwerk

- Holzschrauben

- Sanitär Silikon  

- Trennmittel

- Beton 

 Benötigte Werkzeuge:

 

- Akkuschrauber

- Bohrer

- Bleistift

- Silikonpistole  

- Malerspachtel

- Cuttermesser  

- Schleifpapier 


1. Der Schalungsbau

Die Idee für diese Betonuhr kam mir bei einem Einkauf bei IKEA. In der Küchenabteilung ist mir diese Kunststoffmatte mit dem Namen "Grundvattnet" aufgefallen, diese ist aufgrund ihrer Beschaffenheit perfekt für eine spektakuläre Sichtbetonoberfläche geeignet.

 

Die Matte gibt es bei IKEA zum Preis von 2,99 Euro.

Um die Matte in die Schalungsform einpassen zu können, müssen die abgerundeten Ecken abgeschnitten werden. Den Schnitt kannst du entweder mit einem Cuttermesser oder mit einer Tischkreissäge durchführen. 

Für die Seitenteile der Schalung habe ich Winkelprofile aus Kunststoff mit einer Höhe von 25 mm verwendet. Die Profile erhältst du als Meterware für wenige Euro in jedem Baumarkt. 

Die Kunststoffprofile musst du wie auf dem Bild ersichtlich zugeschnitten auf eine Holzplatte montieren, so dass die Kunststoffmatte passgenau in der Schalungsform liegt.

Jetzt musst du die Stöße zwischen der Kunststoffmatte und den Kunststoffwinkeln mit einer Silikonfuge abdichten, so dass kein Wasser aus der Schalungsform austreten kann, dies ist sehr wichtig, weil es sonst an den Austrittsstellen zu Auswaschungen des Zementleimes kommen kann und die Kanten dadurch später porös und sandig sein können. Durch die Silikonfuge werden zudem die Kanten an den Ecken leicht abgerundet, so dass diese beim Ausschalen nicht so leicht brechen können.

 

Die Fuge sollte daher sauber ausgeführt werden, dies erfordert zunächst ein wenig Übung, du wirst aber auch merken, dass es dir von Mal zu Mal schneller und leichter von der Hand geht. 

 

Mehr Informationen zu den Grundlagen im Schalungsbau erhältst du hier.

 

Bevor du mit dem Betongießen beginnen kannst, muss die Silikonfuge ausreichend trocken sein, unabhängig vom verwendeten Produkt empfehle ich bei normaler Raumtemperatur eine Wartezeit von mindestens drei Stunden, dann ist das Silikon in der Regel ausreichend belastbar.

Für die Bewehrung des Betons habe ich ein Armierungsgewebe aus Kunststoff verwendet, dies muss so zurechtgeschnitten werden, dass es an allen Seiten 5 mm kleiner ist als die Matte. 

 

Armierungsgewebe erhältst du im Baumarkt oder beim Baustoffgroßhändler als Meterware.

Die komplette Innenseite der Schalung muss vor dem Einbringen des Betons mit einem Trennmittel eingerieben werden. Wenn du nicht im Besitz eines industriellen Trennmittels bist, kannst du hier auch einfaches Fett, Silikonspray oder sogar Salatöl verwenden.

 

Durch das Trennmittel wird wie der Name schon sagt, eine wasserabweisende Trennschicht zwischen dem Beton und der Schalung aufgebaut. Der Beton geht hierdurch keine Verbindung mit der Schalung ein und lässt sich wesentlich einfacher ausschalen.

 

Praxistipp:

Das Trennmittel sollte nur als hauchdünner Film mit einem Pinsel oder Tuch aufgetragen werden. Eine zu hohe Dosierung oder Fehlstellen können sich später fleckig auf dem Sichtbeton abzeichnen.

2.Beton anmischen

Jetzt kannst du auch schon den Beton anmischen. Da es sich bei der Uhr um ein sehr filigranes Bauteil handelt, benötigst du einen feinkörnigen Beton. 

 

Ich habe hier einen selbst entwickelten ultrahochfesten Vergussbeton verwendet. 

 

Für die Uhr kannst du auch eine Fertigmischung von sog. "Blitzzement" aus dem Baumarkt verwenden, dieser ist ebenfalls sehr feinkörnig.

 

"Blitzzement" hat den Nachteil, dass dieser wie der Namen schon vermuten lässt, sehr schnell abbindet und daher laut Herstellerangaben nur eine Verarbeitungszeit von ca. vier Minuten besitzt.

 

Zudem ist er wesentlich teurer als normaler Estrichbeton. Ein 5 kg Gebinde kostet hier ca. 8,00 Euro.

 

Der Fertigmischung musst du lediglich den Herstellerangabe Wasser hinzugeben und dann ordentlich mischen.

 

Da du für die Uhr nur eine geringe Menge benötigst, kannst du den Beton mit einer Malerspachtel in einem Eimer anmischen.

 

Welche Möglichkeiten es zur Betonmischung noch gibt, erfährst du hier. 

 

Beim Umgang mit Beton gibt es einige Sicherheitshinweise, welche du beachten solltest. 

Den fertigen Beton musst du jetzt langsam in die Schalungsform geben, wenn diese ca. bis zur Hälfte gefüllt ist, kannst du das Armierungsgewebe einlegen. Danach füllst du die Schalungsform bis zur Oberkante mit Beton auf.

Aktuell befinden sich im Beton noch viele kleine Hohlräume und Blasen, in welchen Luft eingeschlossen ist, diese Hohlräume müssen durch die Verdichtung des Betons geschlossen werden. 

 

Die Verdichtung erreichst du durch leichtes Rütteln, bzw. leichtes Abklopfen der Schalungsform. Durch die Verdichtung und die dadurch entweichende Luft bilden sich auf der Betonoberfläche kleine Luftblasen, sobald keine Luftblasen mehr aufsteigen ist die Verdichtung abgeschlossen.

  

Eine unzureichende Verdichtung wird sich später durch eine offenporige Betonoberfläche mit großen Lufteinschlüssen (sog. Lunkern) bemerkbar machen.

 

Nachdem die Verdichtung abgeschlossen ist, muss der Beton für ca. 24 - 48 Stunden aushärten. Die Dauer ist auch von der Raumtemperatur und der Luftfeuchtigkeit abhängig.

Nach ca. 30 Stunden sieht der Beton jetzt so aus, die Oberfläche ist hart und hat sich weiß verfärbt. Jetzt kannst du die Betonuhr vorsichtig ausschalen. 

3. Nachbehandlung

Durch die Kunststoffschalung ist die Oberfläche des Betons bereits nach dem Ausschalen spiegelglatt.

 

Die scharfen Kanten kannst du mit einem Schleifpapier mit 240er Körnung entgraten. 

Zur Montage des Uhrwerks musst du jetzt mit einem 8er Bohrer in der Mitte vorsichtig ein Loch bohren, ich empfehle hier mit einem kleineren Bohrer zuerst vorzubohren. 

 

Die Betonoberfläche habe ich noch mit einer Betonimprägnierung eingelassen und mit Wachs auf Hochglanz poliert, hierdurch kommt die für Beton untypische Oberflächenstruktur noch besser zur Geltung.

Jetzt musst du nur noch ein Uhrwerk montieren, diese sind als Komplettbausätze in verschiedenen Ausführungen und Designs für 5 - 15 Euro im Internet, auf den bekannten Verkaufsplattformen, erhältlich.

 

Da die Betonuhr eine Materialstärke von ca. 18 mm hat, musst du darauf achten, dass das ausgewählte Uhrwerk eine entsprechend lange Spindel hat.

Hier habe ich noch zwei Bilder der fertigen Uhr.

 

Über ein Foto von deinem fertigen Ergebnis oder einen Kommentaren würde ich mich sehr freuen.

 

Die Anleitung darf gerne mit Freunden geteilt werden.

 

Für Fragen und Anregungen kannst du dich gerne an mich wenden.

  

Dein nächste DIY-Projekt kommt bald, also einfach dran bleiben!

 

 Weil selber machen einfach mehr Spaß macht als selber kaufen....

 

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