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Versiegelung von Betonmöbeln

Oberflächenbehandlung von Beton

Wie versiegele ich meine Betonmöbel?

Im unbehandelten Zustand nimmt offenporiger Beton Flüssigkeiten auf wie ein trockener Schwamm, dies kann schnell zu unschönen Flecken führen und den Beton nachhaltig schädigen.  

 

Zum Schutz deiner Betonelemente empfehle ich dir daher eine entsprechende Oberflächenbehandlung, hierdurch lässt sich die Optik erhalten und die Lebensdauer erhöhen.

 

Die Art der Versiegelung sollt immer an die zu erwartenden Beanspruchungen angepasst werden.

 

Zur Versiegelung von Betonelementen gibt es mehrere Möglichkeiten, welche ich dir hier jetzt kurz vorstellen werde.

 

Ich persönlich verwende für die Versiegelung meiner Werke in den meisten Fällen eine Kombination verschiedener Versiegelungsarten, aber dazu im Anschluss mehr.....

Betonimprägnierung

Eine Imprägnierung dringt mehrere Zentimeter tief in den Beton ein und sorgt dafür, dass die Wasseraufnahmefähigkeit stark reduziert wird.

 

Die Oberfläche bleibt hierdurch diffussionsoffen und ist vor Ausblühungen und Frostschäden geschützt.

 

Verschmutzungen durch "aggressive"  Flüssigkeiten wie beispielsweise Rotwein, Orangensaft oder Öl solltest du zeitnah entfernen, da sich diese über einen längeren Zeitraum hinweg durch die Imprägnierung "fressen" und in den Beton eindringen können. Die entstandenen Flecken lassen sich dann im Nachhinein nicht mehr entfernen.  

 

Ein großer Vorteil der Imprägnierungen ist, dass das Erscheinungsbild der Oberfläche durch die Behandlung kaum verändert wird und so die typische Oberflächenoptik bestehen bleibt.

 

Die Imprägnierung sollte je nach Beanspruchung ca. einmal jährlich aufgefrischt werden. 

 

Eine Imprägnierung ist zum Schutz von wenig beanspruchten Betonmöbeln gut geeignet.

Betonlasur

Bei einer Betonlasur handelt es sich um eine transparente und diffusionsoffene Beschichtung auf Acrylbasis, durch welche die Oberfläche vor Verschmutzungen und Vermoosung geschützt wird. Anders als bei der Imprägnierung zieht die Lasur nicht in den Beton ein, sondern bildet einen abriebfesten Film auf der Oberfläche.

 

Durch die Beschichtung erhält die Oberfläche einen leichten Glanz, was nicht immer erwünscht ist. Der Fleckenschutz ist bei der Lasur etwas besser als bei der Imprägnierung, aggressive Verschmutzungen solltest du jedoch ebenfalls zeitnah entfernen.

 

Kratzer durch scharfkantige Gegenstände solltest du unbedingt vermeiden, hierdurch wird die Beschichtung zerstört und der Oberflächenschutz geht verloren. 

 

Eine Betonlasur wird nur einmalig aufgetragen und bedarf keiner Auffrischung.

Wachs / Porenöl

Wenn du Wert auf eine ökologische Versiegelung legst, kannst du deine Betonmöbel auch mit speziellem Möbelwachs oder Porenöl behandeln. Durch das aufgetragen Wachs oder Öl werden die Poren des Betons geschlossen.

 

Bei der Erstbehandlung muss die Oberfläche mehrfach eingelassen werden, bis diese ausreichend gesättigt ist.

 

Die Oberflächenversiegelung sollte je nach Beanspruchung etwa halbjährlich aufgefischt werden, da der Beton das Wachs langsam aber kontinuierlich aufnimmt und ins Innere des Bauteils leitet.

 

Durch die Behandlung mit Wachs erhält der Beton eine geschmeidige Oberfläche, die Beschaffenheit ist mit der Haptik von Speckstein vergleichbar.

 

Bei der Behandlung mit Wachs oder Porenöl bildet sich auf der Oberfläche mit der Zeit eine unverwechselbare Patina - Liebhaber sagen hierzu, der Beton altert mit Würde.

 

Auch hier sollten aggressive Verschmutzungen zeitnah entfernt werden, weil diese sonst über einen längeren Zeitraum hinweg in den Beton eindringen können.

Betonverkieselung

Bei einer Betonverkieselung handelt es sich um ein mineralisches Produkt auf der Basis von speziellem Wasserglas.

 

Mit einfachen Worten gesagt, handelt es sich hierbei um flüssiges Glas, welches auf die Betonoberfläche aufgetragen und von dieser aufgenommen wird. Durch eine chemische Reaktion härtet die Flüssigkeit im Beton zu hartem Glas aus und macht diesen wasserdicht.

 

Betonverkieselung kommt in der Praxis z.B. auch zur nachträglichen Abdichtung feuchter Kellerwände zur Anwendung.

 

Im Handel ist Betonverkieselung unter der Bezeichnung Kaliwasserglas erhältlich.

 

Eine Verkieselung bietet einen hohen Schutz gegen Feuchtigkeit und Verschmutzungen, als nachteilig empfinde ich persönlich die etwas raue Oberflächenstruktur, welche bei der Verkieselung entsteht, aber das ist Geschmacksache. 

 

Für die Versiegelung von hochfestem Beton ist eine Verkieselung nur bedingt geeignet, weil der Beton hier von Haus aus bereits eine sehr hohe Dichte aufweist und die Verkieselungsflüssigkeit daher nur bedingt aufgenommen wird. 

 

Eine Verkieselung kommt oft bei der Versiegelung von Beton-Küchenarbeitsplatten zum Einsatz.

Lackierung

Betonoberflächen können auch lackiert werden, hier kommt in der Regel ein Lack auf Epoxidharzbasis zum Einsatz. Die Oberfläche wird durch den Lackauftrag komplett resistent gegen Feuchtigkeit und Schmutz, verliert aber auch ihre für Beton typische Oberflächenoptik und ihre Diffusionsfähigkeit.

 

Ich persönlich bin kein großer Freund von lackiertem Beton.

Wie versiegele ich persönlich meine Betonmöbel?

Wie ihr seht, gibt es zahlreiche Möglichkeiten eine Betonoberfläche vor Schmutz und Feuchtigkeit zu schützen, aber welche Variante ist jetzt eigentlich die beste? 

 

Ich habe damals viel Zeit damit verbracht, die Produkte verschiedener Hersteller zu testen und diese miteinander zu kombinieren, dies war nicht nur zeit-  sondern auch sehr kostenintensiv.  Versiegelungen sind insbesondere in kleinen Gebinden teilweise sehr teuer.

 

Überzeugt hat mich letztendlich eine Kombination, bestehend aus einer Betonimprägnierung, Flüssigwachs auf Bienenwachsbasis und einem Möbelhartwachs.

 

Ich möchte an diesem Punkt noch darauf hinweisen, dass es zahlreiche Versiegelungsmöglichkeiten gibt, bei der von mir verwendeten Methode muss es sich nicht um die beste Variante handeln, für meine Zwecke hat sie sich jedoch bewährt. 

 

Bei der Versiegelung gehe ich wie folgt vor:

 

Im ersten Arbeitsgang wird die gesamte Oberfläche mit einer Betonimprägnierung eingelassen, bis diese ausreichend gesättigt ist. Die Imprägnierung dring mehrere Zentimeter tief in den Beton ein. 

 

Jetzt muss die Imprägnierung ca. 30 Minuten trocken. Auf den meisten Produkten ist vermerkt, dass sie Oberfläche jetzt für 24 - 48 Stunden nicht mit Feuchtigkeit in Berührung kommen soll, diesen Hinweis ignoriere ich, weil im zweiten Arbeitsschritt ein flüssiges Möbelwachs auf Bienenwachsbasis aufgetragen wird, wäre die Imprägnierung jetzt komplett durchgetrocknet, könnte der Beton das flüssige Wachs nicht mehr aufnehmen.

 

Das Wachs wird mit einem Tuch lediglich als dünner Film aufgetragen, bis die Oberfläche gesättigt ist. Wenn die Oberfläche das flüssige Wachs aufgenommen hat und wieder trocken ist, trage ich im dritten Arbeitsgang noch ein Möbel-Hartwachs auf.

 

Durch das Wachs erhält die Oberfläche eine angenehm sanfte Oberflächenhaptik.

 

Danach wird die Oberfläche mit einem Baumwolllappen oder mit einer Poliermaschine auf Glanz poliert.

 

Durch diese Versiegelung bleibt die natürliche Betonoptik erhalten. Die Behandlung mit Wachs kann je nach Beanspruchung alle 12 Monate aufgefrischt werden. 

 

Verschmutzungen sollten zeitnah entfernt werden, da sie sich über einen längeren Zeitraum hinweg durch die Versiegelung fressen kann, die entstandenen Flecken sind dann nicht mehr zu entfernen.

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