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Einen Tisch aus Beton selber machen -DIY-

Einen Arbeitstisch mit einer Betonplatte selber bauen

DIY-Anleitung für Betonmöbel

Schwierigkeitsgrad: für Fortgeschrittene

 

Geschätzter Zeitaufwand: etwa 5 Stunden

 

Benötigte Materialien:

- Schalungsholz

- Armierungsgewebe

- Sanitär Silikon 

- Schrauben 

- Winkelprofil 15 x 15 mm 

- T-Profil aus Aluminium

- Trennmittel

- Beton

- Betonimprägnierung

- Möbelwachs

- Baukleber

 

 

 

Benötigte Werkzeuge:

- Akkuschrauber

- Bohrer

- Bleistift

- Maßband oder Meterstab

- Silikonpistole

- Malerspachtel oder Maurerkelle

- Cuttermesser

- Schleifpapier

- Pinsel oder Farbroller

- Eimer

 


In dieser DIY-Anleitung zeige ich dir, wie du mit einfachen Mitteln einen trendigen Arbeitstisch mit einer 15 mm starken Betonplatte ganz einfach selber bauen kannst.

 

Die Tischplatte des dargestellten Tisches hat die Maße 166 x 70 cm.

1. Der Schalungsbau

Für die Tischplatte benötigst du eine Schalungsplatte mit den Maßen 169 x 73 cm. Da mein Tisch später eine spiegelglatte Oberfläche haben soll, habe ich hier eine lackierte Spanplatte mit einer Materialstärke von 16 mm verwendet. 

 

Die Platten gibt es in jedem Baumarkt, du kannst sie dort gleich auf das gewünschte Maße zuschneiden lassen.

 

Für die seitliche Begrenzung der Schalung habe ich Winkelprofile aus Kunststoff mit den Maßen 15 x 15 mm verwendet. Die Winkelprofile erhältst du ebenfalls in verschiedenen Größen und Ausführungen in jedem Baumarkt. 

 

Die Seitenteile kannst du auch aus Holz herstellen, die Winkelprofile sind jedoch viel einfacher und schneller zu montieren. 

 

Welche Schalungsmaterialien du zur Herstellung von Betonmöbeln noch verwenden kannst, erfährst du hier. 

Die Winkelprofile musst du jetzt auf die Maße der Patte zurechtschneiden und im Abstand von ca. 10 cm auf der kompletten Länge vorbohren.

 

Dann musst du die Winkelprofile als seitliche Begrenzung mit Schrauben auf die Schalungsplatte montieren.

Die Stoßfugen zwischen der Schalungsplatte und den Kunststoffprofilen müssen nach dem Verschrauben komplett mit einer Silikonfuge abgedichtet werden. Es ist sehr wichtig, dass später kein Wasser aus der Schalungsform austreten kann, weil es sonst an den Austrittsstellen zu Auswaschungen des Zementleimes kommen kann und die Kanten dadurch später porös und sandig sein können.

 

Durch die Silikonfuge werden zudem die Kanten an den Ecken leicht abgerundet, so dass diese beim Ausschalen nicht so leicht brechen können.

 

Mehr Informationen zu den Grundlagen im Schalungsbau erhältst du hier.

2. Die Armierung

Aufgrund der geringen Materialstärke der Tischplatte wird als Armierung ein Armierungsgewebe aus Kunststoff eingebracht. Für die Tischplatte in dieser Größe habe ich insgesamt vier Lagen eingearbeitet.

 

Das Kunststoffgewebe erhältst du im Baumarkt oder als Meterware beim Baustoffgroßhändler, achte bei der Auswahl darauf, dass das Gewebe engmaschig ist und einer hohen Belastbarkeit standhält. 

 

Das Armierungsgewebe musst du jetzt zurechtschneiden, es sollte an allen Seiten etwa 1 cm kleiner sein als die Schalungsplatte, so dass es später nicht an der Schalung anliegt.

 

Mehr zum Thema Betonarmierung erfährst du hier.

Bevor du jetzt mit dem Betonieren beginnen kannst, muss die komplette Innenseite der Schalung mit einem Trennmittel eingerieben werden, wenn du nicht im Besitz eines industriellen Trennmittels bist, kannst du hier auch einfaches Fett, Silikonspray oder sogar Salatöl verwenden.

 

Durch das Trennmittel wird wie der Name schon sagt, eine wasserabweisende Trennschicht zwischen dem Beton und der Schalung aufgebaut. Der Beton geht hierdurch keine Verbindung mit der Schalung ein und lässt sich wesentlich einfacher ausschalen.

 

Das Trennmittel sollte nur als hauchdünner Film mit einem Pinsel oder einem Tuch aufgetragen werden. Eine zu hohe Dosierung oder Fehlstellen können sich später fleckig auf dem Sichtbeton abzeichnen. 

3. Beton anmischen

Da es sich bei einer nur 15 mm starken Tischplatte aus Beton um ein statisch sehr anspruchsvolles Objekt handelt, kommt man hier mit gewöhnlichem Estrichbeton aus dem Baumarkt nicht mehr weiter.

 

Für die Herstellung einer solchen Tischplatte benötigst du hochfesten Beton. Aufgrund der Korngröße spricht man hier eigentlich schon von Mörtel.  

 

Wie du dir hochfesten Beton selbst herstellen kannst, zeige ich dir hier. 

Wenn der Beton fertig gemischt ist, kannst du die erste Schicht in die Schalungsform einbringen. Die Schichtstärke sollte ca. 8 mm betragen. 

Jetzt musst du die erste Lage Armierungsgewebe einlegen und mit einer Maurerkelle oder Malerspachtel in den Beton einarbeiten. Wenn das Gewebe komplett mit Beton bedeckt ist, wird das zweite Gewebe eingelegt und wiederum eingearbeitet. 

 

Nach der zweiten Lage musst jetzt eine weitere Schicht Beton in die Schalungsform eingebracht werden, danach kannst die beiden letzten Lagen Armierungsgewebe ebenfalls einarbeiten. 

Nachdem alle vier Lagen des Gewebes in den Beton eingebracht wurden, wird die Schalungsform bis zur Oberkante mit Beton gefüllt und glattgestrichen. 

 

Der Beton muss jetzt mindestens 48 Stunden aushärten. Die Wartezeit ist für mich persönlich die schlimmste Zeit des ganzen Projektes.

Zur Nachbehandlung solltest du die Oberfläche, nachdem diese etwas angezogen hat, mit einer Plane abdecken, der Beton härtet hierdurch langsamer, aber dafür auch härter aus. Zudem lässt sich durch die verlangsamte Trocknung ein Aufschüsseln (Wölben) der Platte verhindern. 

Nach ca. 48 Stunden sieht die Unterseite meiner Tischplatte jetzt so aus. Die Oberfläche ist hart, trocken und hat eine hellgraue Farbe angenommen.

 

Jetzt kannst du vorsichtig mit dem Ausschalen beginnen, entferne hierzu zuerst die Seitenteile der Schalung. Die Betonplatte müsste sich aufgrund des aufgetragenen Trennmittels ganz einfach von der Schalungsplatte lösen lassen. 

 

Die Oberfläche der frisch ausgeschalten Tischplatte ist noch etwas dunkel, da sich im Beton noch Feuchtigkeit befindet. Nach ca. 48 Stunden sollte die Feuchtigkeit dann verdunstet sein. Seine Nennfestigkeit erreicht der Beton nach ca. 28 Tagen.

4. Das Untergestell

Für das Tischgestell habe ich mir Tischböcke (LERBERG) von IKEA besorg, diese wirken sehr modern und sind pro Stück zum Preis von lediglich 8,00 Euro erhältlich. Die Tischböcke sind für ein Gesamtgewicht von jeweils 50 kg ausgelegt und für diesen Tisch somit vollkommen ausreichend. 

 

Die Montage selbst ist sehr einfach!

 

Die Tischplatte kannst du natürlich auch mit vielen anderen Tischgestellen kombinieren, dies ist letztendlich eine Frage deines persönlichen Geschmacks. 

Etwa vier Tage nach dem Ausschalen kann die Tischplatte versiegelt werden. Ich verwende hierzu eine Kombination aus Imprägnierung, Bienenwach und Möbel-Hartwachs. Die Platte wird hierdurch gegen Feuchtigkeit und Verschmutzungen geschützt und erhält zudem eine sehr angenehme Oberflächenhaptik.

 

Durch das Wachsfinish kann die Tischplatte auf Hochglanz poliert werden. 

 

Wie ich bei der Versiegelung meiner Betonmöbel vorgehe und welche weiteren Möglichkeiten es zur Oberflächenbehandlung noch gibt, erfährst du hier. 

 

Die Unterseite der Tischplatte habe ich mit einem handelsüblichen Tiefengrund eingelassen, hierdurch wird der Staub auf der Oberfläche gebunden und du ziehst dir keine staubigen Oberschenkel zu, wenn du am Tisch sitzt. 

Zur Fixierung der Tischplatte und zur Verbesserung der Statik habe ich unter der Tischplatte zusätzlich zwei T-Profile aus Aluminium angebracht. Zur Montage der Profile habe ich einen Hochleistungsmontagekleber verwendet. Der Kleber ist nach rund 24 Stunden ausgehärtet und voll belastbar.

 

Die Tischplatte legst du jetzt einfach mittig auf die beiden Tischböcke auf und dann ist dein stylischer Arbeitstisch aus Beton auch schon fertig.

Am Ende der DIY-Anleitung findest du noch ein YouTube-Video, in welchem du die einzelnen Arbeitsschritte nochmals nachverfolgen kannst.

 

Wenn dir das Video gefällt und du weitere DIY-Anleitungen für Betonmöbel sehen willst, abonniere einfach meinen YouTube-Kanal!

 

Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg bei deinem Projekt!

 

Über ein Foto von deinem fertigen Ergebnis unten in den Kommentaren würde ich mich sehr freuen.

 

Die Anleitung darf gerne mit Freunden geteilt werden.

 

Für Fragen und Anregungen kannst du dich gerne persönlich an mich wenden.

 

Dein nächstes DIY-Projekt kommt bald, also einfach dran bleiben!

 

Weil selber machen einfach mehr Spaß macht als selber kaufen....

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 6
  • #1

    Tom (Montag, 17 September 2018 17:06)

    Wie immer, macht es einfach richtig spass zu sehen was geht und wie es geht.

  • #2

    Richard (Dienstag, 06 November 2018 22:42)

    Vielen Dank für die tollen Tips!
    Du hilsft mir wirklich weiter.

  • #3

    Ralf (Montag, 26 November 2018 10:16)

    Tolle Anleitung! Wie viel Betonmasse hast Du für den Tisch so etwa gebraucht?

  • #4

    Frank (Montag, 26 November 2018 13:53)

    Hallo Ralf, für einen Tisch mit den entsprechenden Maßen benötigst du rund 35 kg Beton.

  • #5

    Chris (Dienstag, 04 Dezember 2018 22:44)

    Geniale Anleitung! Danke für die Arbeit!

    In Schritt 3 erwähnst du, dass man zunächst 8mm Beton einlassen soll, um dort dann das Armierungsgewebe aufzulegen. Kann es da passieren, dass sich das Gewebe durch die 8mm durchdrückt und später auf der Oberfläche zu sehen ist, bzw „durchscheint“?

  • #6

    Frank (Sonntag, 09 Dezember 2018 21:56)

    Hallo Chris,

    bei einer Materialstärke von 8 mm sollte das Armierungsgewebe eigentlich nicht an der Oberfläche durchscheinen.