Welchen Beton kann ich zur Herstellung von Betonmöbeln verwenden?


Ein Thema über welches kein Hersteller von Betonmöbeln gerne mit Außenstehenden spricht, ist die eigene Betonmischung, welche er zur Herstellung seiner Möbelstücke verwendet. Hierbei handelt es sich in der Regel um gut gehütete Betriebsgeheimnisse. 

 

Das ist letztendlich auch nachvollziehbar, denn in einer fertigen und ausgereiften Mischung stecken oft viele Monate Arbeit, Geld und zahlreiche missglückte Praxistests. 

 

Ich selbst wurde in der Vergangenheit immer wieder gefragt, ob ich zur Herstellung meiner Möbelstücke normalen Beton aus dem Baumarkt verwende oder meinen Beton ausschließlich selber mische. Diese Frage musste ich stehts mit ja und nein beantworten. 

 

Bei der Wahl des Betons kommt es bei Betonmöbeln letztendlich immer auf die zu erwartende Belastung, die Armierung und insbesondere auf die Materialstärke des Möbelstückes an. 

 

Möbelstücke mit einer Materialstärke ab 3 cm aufwärts kann man in der Regel problemlos mit gewöhnlichem Estrichbeton aus dem Baumarkt ausführen. 

 

Viele Fertigmischungen von Betonestrich aus dem Baumarkt enthalten jedoch aus Kostengründen nur den vorgeschriebenen Mindestanteil an Zement.

 

Bei der Verarbeitung gebe ich daher auf die Gesamtmasse immer noch 5 Prozent Zement hinzu. Auf einen Sack mit 40 kg Betonestrich entspricht dies dann 2 kg Zement. 

 

Die Fertigmischungen sind auf dem Markt standartmäßig als "normaler" Estrichbeton mit einer Korngröße von 0/8 mm und als Feinestrich mit einer Korngröße von 0/4 mm erhältlich. 

 

*Link zur Produktdarstellung von Betonestrich: https://amzn.to/2TbnuCH

Spätestens dann, wenn man Möbelstücken mit einer Wandstärke von

1 - 2,5 cm herstellen will, kommt man mit normalem Betonestrich nicht mehr weiter, hier benötigt man eine Kombination aus hochfestem Beton (UHPC = Ultra High Performance Concrete) und einer Kombination aus Textilbewehrung. Die Bezeichnung Beton ist hier irrenführend, da es sich aufgrund der Maximalkorngröße genau genommen eigentlich um Mörtel handelt. 

Ultrahochfesten Beton gibt es ebenfalls als Fertigmischung zu kaufen, hier sind die Preise jedoch enorm, für 25 kg liegt der Preis bei rund 35 Euro. Bei solchen Preisen wird ein Möbelstück aus Beton in der Eigenherstellung schnell unrentabel.

 

Da mir die Preise für die Fertigmischungen auch zu hoch waren, habe ich in der Vergangenheit viele Tests mit UHPC durchgeführt und habe daraus eine für mich persönlich sehr zufriedenstellende Mischung entwickelt.  

Wie kann ich Hochfesten-Beton selbst herstellen?

Die Hauptbestandteile von UHPC sind sog. Feinstzuschläge, Zement und spezielle Fließmittel. Bei UHPC muss der sog. Wasser-Zement-Wert möglichst gering gehalten werden. 

 

Bei meiner Mischung, bezogen auf ca. 40 kg UHPC, verwende ich folgende Komponenten:

 

- 30 kg Sand (Korngröße bis 2 mm) 

- 25 kg Zement (Portlandzement) https://amzn.to/2Sb2FKB

- 9 kg Quarzsand (Korngröße 0,063 - 0,3 mm)

- 2,5 kg Quarzmehl * https://amzn.to/2IrNwQq   (siehe hierzu weitere Beschreibung)

- 8,5 Liter Wasser 

- 250 ml Hochleistungs-Fließmittel (ich verwende hier Pantarhit PC150 FM)

 

 

Geeigneten Sand mit einer Korngröße bis 2mm erhältst du in kleinen Mengen als Sackware in jedem Baumarkt. 

 

Quarzsand mit der o.g. Korngröße ist beim Baustoff-Großhändler erhältlich.

 

Quarzmehl:

Ich bestelle mein Quarzmehl immer in 25 kg Gebinden bei Ebay, in größeren Mengen ist dies deutlich billiger als bei dem oben angegebenen Produktlink.

 

Anstelle des Quarzmehls können auch andere Feinstzuschläge wie Microsilica oder Flugasche verwendet werden, diese sind jedoch auf dem Markt in Kleistmengen nur sehr schwer erhältlich. Quarzmehl erhälts du im Onlinehandel. 

 

Für die Herstellung von UHPC empfiehlt  ich in der Regel die Verwendung eines Zwangsmischers, eine Herstellung mit einem gewöhnlichen Freifallmischer oder einem Rührquirl sind ebenfalls möglich, hier erhöht sich die Mischdauer jedoch erheblich.   

 

Durch die Feinzuschläge und die hohe Dosierung von Hochleistungs-Fließmittel erhält der Beton eine gute Verarbeitungskonsistenz und wird sehr fließfähig.

 

Wird der Beton in einem normalen Freifallmischer angemischt, dauert die Mischzeit, bis die gewünschte Fließfähigkeit und Konsistenz erreicht ist, mindestens 20 Minuten.

 

Wasser:

Der Wasseranteil ist bei hochfestem Beton sehr gering, evtl. muss dieser abhängig vom verwendeten Zement geringfügig erhöht werden.

 

Die Eigenschaften der o.g. Betonmischung können durch eine gezielte Zugabe von weiteren Betonzusatzmittel auf verschiedene Zwecke angepasst werden.

 

Weiter Informationen zu den gängigsten Zusatzmitteln bei der Verarbeitung von Beton erhältst du hier.

 

Wie wird der Beton angemischt:

Da der Wasserzementwert bei hochfestem Beton sehr gering ist und dieser mit Hochleistungsfließmittel ausgeglichen wird, empfiehlt sich bei der Herstellung der Einsatz eines Zwangsmischers. Auch mit einem normalen Freifallmischer lassen sich gute Ergebnisse erzielen, hier ist die Mischdauer jedoch deutlich länger.

 

Zuerst werden die Zuschläge, der Zement und die Glasfasern in die Trommel gegeben und dann im trockenen Zustand ca. 1 - 2 Minuten gut durchgemischt.

 

Dann wird ca. 80 % des Anmachwassers hinzugegeben und wiederum einige Minuten durchgemischt. Der Beton ist jetzt noch sehr trocken und bröselig.

 

Jetzt wird das rechtliche Anmachwasser zusammen mit dem Hochleistungsfließmittel langsam beigemischt. 

 

Ich werdet feststellen, dass sich jetzt kleine Kugel / Klumpen bilden, diese werden mit fortlaufender Mischdauer immer größer.

 

Wenn sich die einzelnen Klumpen zu einer homogenen Masse verbunden haben, hat sich das Fließmittel komplett im Beton verteilt und der Mischvorgang ist abgeschlossen. Bei leichtem Rütteln müsste sich der Beton jetzt relativ schnell in der Mischtrommel verdichten.

 

Wichtig! 

Ich möchte an dieser Stelle aus rechtlichen Gründen noch darauf hinweisen, dass die o.g. Betonmischung auf meinen persönlichen Erfahrungswerten und eigenen Tests beruht. Die Betonmischung besitzt somit auch keine bautechnische Zulassung und kann nur für eine Verwendung im Freizeit- und Hobbybereich empfohlen werden.