Einen außergewöhnlichen Couchtisch aus Beton selber bauen - DIY -

DIY-Anleitung für Betonmöbel

Schwierigkeitsgrad: für Fortgeschrittene 

 

Zeitaufwand: ca. 5 Stunden

Der beschriebene Couchtisch wurde in den Maßen 60 x 60 x 35 cm (L/B/H) hergestellt und hat eine Materialstärke von lediglich 10 mm. Die Maße kannst du natürlich auch relativ einfach auf deine individuellen Wunschmaße anpassen.

Benötigte Materialien:

 

- 2 Spanplatten

- 7 Kanthölzer

- 1 Metallblech aus Aluminium *https://amzn.to/2RT4igF

- Kunststofffolie *https://amzn.to/2B4QKnP

- hochfesten Beton

- Sanitär Silikon *https://amzn.to/2WlwoPW

- Kleber

- Holzschrauben

- Trennmittel

*https://amzn.to/2RQSjzQ

- Armierungsgewebe *https://amzn.to/2RQK6M0

- Betonimprägnierung *https://amzn.to/2S7XACx

- Wachs

*https://amzn.to/2S4JYYW

Benötigte Werkzeuge:

 

- Akkuschrauber

- Bleistift

- Zirkel

- Meterstab / Maßband

- Lineal

- Holzbohrer / Metallbohrer

- Senker

- Stichsäge

- Schraubzwingen

- Silikonpistole

- Cuttermesser

- Schleifpapier 240er Körnung

- Malerspachtel

- Farbroller


1. Bau der Schalungsform

Für diesen Betontisch muss eine Negativ-Schalungsform hergestellt werden. Der Beton wird hier nicht gegossen, sondern in einem sog. Laminierverfahren Schicht für Schicht in die Form eingebracht.

 

Für die Schalung benötigst du Schalungsholz mit den Maßen:

 

- 2x  85 x 42,4 cm 

- 2x  62 x 7,4 cm

 

ich habe hier eine Spanplatte mit einer Materialstärke von 10 mm verwendet.

 

Zudem bemötigst du zur Verbindung der beiden Schalungsteile sieben Kanthölzer mit einer Länge von jeweils 60 cm. Ich habe hier Kanthölzer mit einer Stärke von 60 x 60 mm verwendet. 

 

Die Spanplatten und die Kanthölzer erhätst du in jedem Baumarkt, dort kannst du sie dir auch gleich auf die benötigten Maße zuschneiden lassen.

 

Einen Überblick über Materialien, welche du zur Herstellung von Betonschalungen verwenden kannst, erhältst du hier. 

Im ersten Arbeitsschritt musst du wie auf dem Bild ersichtlich, die seitlichen Umrisse des Tisches auf die beiden Spanplatten übertragen.

Für die Rundungen habe ich einen Radius von 12 cm gewählt.

 

Es empfiehlt ich hier zuerst den Umriss von 60 x 35 cm ohne die Rundungen anzutragen.

 

Der Radius lässt sich dann ganz einfach mit einem Zirkel einzeichnen.

Die Aussparung muss jetzt möglichst genau mit einer Stichsäge ausgesägt werden.

Jetzt kannst du die beiden Seitenteile mit den Kanthölzern zusammenschrauben, so dass diese genau parallel zueinander stehen.

 

Es ist wesentlich einfacher, wenn du zuerst alle Kanthölzer auf einer Spanplatte verschraubst und die beiden Platten erst im Anschluss daran miteinander verbindest.

Damit das Blech später nicht zwischen den Kanthölzern durchhängt, habe ich zusätzlich noch Abstandshalter zwischen den Kanthölzern angebracht, auf diesen liegt das Blech später auf.

Das verschraubte Grundgestell sollte jetzt so aussehen.

Als Schalungsboden haben ich ein Aluminiumblech mit einer Materialstärke von 1 mm verwendet. Das Blech muss genau in die Schalungsform eingepasst und auf die entsprechende Länge zurechtgeschnitten werden. Achte hierbei darauf, dass das Blech überall genau an den Abstandshaltern anliegt.

 

Zum Zuschneiden des Aluminiumblechs empfiehlt sich die Verwendung einer Blechschere.

 

Das Blech habe ich an den beiden Enden jeweils mit drei Schrauben fixiert, so dass dieses nicht mehr verrutschen kann. Die Löcher im Blech musst du mit einem Senker nachbearbeiten, so dass die Schraubenköpfe bündig mit dem Blech abschließen. Sollten die Schraubenköpfe überstehen, werden sich diese später als Eindellungen auf dem Sichtbeton abzeichnen.

 

Im letzten Schritt musst du noch die beiden Spanplatten zur Abdeckungen montieren. 

Damit der Tisch eine spiegelglatte Sichtbetonoberfläche erhält, muss auf das Aluminiumblech eine Kunststofffolie aufgeklebt werden. Bei der Verwendung eines Aluminiumbleches als Unterlage ist dies in  jedem Fall notwendig, da es beim Kontakt von Beton und Aluminium zu einer chemischen Reaktion kommt, durch welche die Betonoberfläche unbrauchbar wird. 

 

Als Folie verwende ich hier sog. Industrietischdecke mit einer Materialstärke von 1mm. Die Folie muss zugeschnitten und mit Klebstoff blasenfrei auf das Aluminiumblech aufgeklebt werden.

Die Folie habe ich mit Schraubzwingen fixiert, bis der Kleber ausgehärtet ist. Es ist sehr wichtig, dass die Folie absolut blasenfrei aufgeklebt wird, da sich die Blasen sonst später als Eindellung auf dem Sichtbeton abzeichnen.

Der Stoß zwischen der Spanplatte und der Kunststofffolie muss rundherum mit einer Silikonfuge abgedichtet werden.

 

Es ist sehr wichtig, dass später kein Wasser aus der Schalungsform austreten kann, weil es sonst an den Austrittsstellen zu Auswaschungen des Zementleimes kommen kann und die Kanten dadurch später porös und sandig sein können.

 

Durch die Silikonfuge werden zudem die Kanten an den Ecken leicht abgerundet, so dass diese beim Ausschalen nicht so leicht brechen können.

 

Die Fuge sollte sauber ausgeführt werden, Unebenheiten zeichnen sich später auf der Sichtbetonfläche ab.

 

Mehr Informationen zu den Grundlagen im Schalungsbau erhältst du hier.

 

Bevor du mit dem Betongießen beginnen kannst, muss die Silikonfuge ausreichend trocken sein, unabhängig vom verwendeten Produkt empfehle ich bei normaler Raumtemperatur eine Wartezeit von mindestens 3 Stunden, dann ist das Silikon in der Regel ausreichend belastbar.

Die fertige Schalungsform sollte jetzt so aussehen.

2. Die Armierung

Aufgrund der geringen Betonstärke werden zur Bewährung des Betons drei Lagen Armierungsgewebe verwendet.

 

Das Gewebe musst du auf die die passenden Maße zuschneiden, es sollte an allen Seiten etwa einen Zentimeter kleiner sein als die Innenseite der Schalungsform, so wird verhindert, dass das Gewebe später an der Schalungsform anliegt und sichtbar wird.

Bevor du jetzt mit dem Betonieren beginnen kannst, muss die komplette Innenseite der Schalung mit einem Trennmittel eingerieben werden. Wenn du nicht im Besitz eines industriellen Trennmittels bist, kannst du hier auch einfaches Fett, Silikonspray oder sogar Salatöl verwenden.

 

Durch das Trennmittel wird wie der Name schon sagt, eine wasserabweisende Trennschicht zwischen dem Beton und der Schalung aufgebaut. Der Beton geht hierdurch keine Verbindung mit der Schalung ein und lässt sich wesentlich einfacher ausschalen.

 

Das Trennmittel sollte nur als hauchdünner Film mit einem Pinsel oder Tuch aufgetragen werden. Eine zu hohe Dosierung oder Fehlstellen können sich später fleckig auf dem Sichtbeton abzeichnen.

3. Beton anmischen

Zur Herstellung des Tisches wird ein hochfester Beton benötigt, aufgrund der Maximalkorngröße von 2 mm handelt es sich hier genau genommen nicht um Beton sondern um Mörtel.

 

Den hochfesten Beton für meine Projekte mische ich mir selbst. Eine Mischanleitung habe ich unter diesem Artikel eingestellt.

 

ACHTUNG:

Für die Herstellung dieses Tischmodells benötigt der Beton eine plastische bzw. zähflüssige Konsistenz, er darf nicht zu fließfähig sein, da er sonst am senkrechten Teil der Schalung nicht haftet und abrutscht. Dem Beton wird deshalb an Stelle des Fließmittels ein Beton-Plastifizierer zugegeben.

 

Im Umgang mit Beton gibt es zum Arbeitsschutz einige Sicherheitshinweise, welche zu beachten sind.

Wenn du den Beton ordentlich durchgemischt hast, kannst du die erste Schicht in einer Stärke von ca. 5 mm in die Schalungsform einbringen. Ich beginne hierbei jeweils mit den beiden Seiten, da sich bei der ersten Schicht die Schalungsform noch seitlich kippen lässt und der Beton so bequemer eingebracht werden kann.

Nachdem du die erste Schicht Beton in die Schalungsform eingebracht 

hast, musst du jetzt das erste Armierungsgewebe in die Form einlegen und mit einer Malerspachtel leicht andrücken, so dass dieses am Beton haften bleibt.

 

Im Anschluss daran kannst du jetzt die zweite Betonschicht im sog. Laminierverfahren auftragen. Hier musst du vorgehen wie ein Verputzer.

 

Wenn alle drei Armierungsgewebe in den Beton eingebracht sind, erfolgt noch der Glattstrich, dann muss der Beton für ca. 2 - 3 Tage aushärten.

Die gefüllte Schalungsform sollte jetzt so aussehen. Die Schalung solltest du mit einer Kunststofffolie abdecken. Der Beton härtet hierdurch langsamer, aber dafür auch deutlich härter aus.

Nach zwei Tagen sieht die Unterseite des Tisches jetzt so aus. Die Oberfläche des Betons ist hart und hat eine hellgraue Farbe angenommen.

 

Jetzt kannst du mit dem Ausschalen beginnen, hier solltest du vorsichtig vorgehen, da der Beton sein Nennfestigkeit erst nach 28 Tagen erreicht hat.

 

Die Oberfläche des Betons sollte aufgrund der verwendeten Kunststoffschalung spiegelglatt sein, einzelen Lufteinschlüsse (sog. Lunkern) sind unproblematisch und können durchaus vorkommen.

 

Wenn deine Oberfläche große Lunkern oder unschöne Fehstellen aufweisen sollte, kannst du diese im Nachhinein durch eine sog. Betonkosmetik kaschieren, wie das funktioniert, zeige ich dir hier.

 

Die scharfen Kanten und Betonüberstände an der Unterseite des Tisches kannst du mit einem Schleifpapier (240er Körnung) nachbearbeiten. 

Da unbehandelter Beton sehr schmutzempfindlich ist, habe ich die Oberfläche mit einer Kombination aus Imprägnierung und Wachs versiegelt und aufpoliert. Wie ich bei der Versiegelung meiner Betonmöbel vorgehe, zeige ich dir hier.

Am Ende der DIY-Anleitung findest du noch ein YouTube-Video, in welchem du die einzelnen Arbeitsschritte nochmals nachverfolgen kannst.

 

Wenn dir das Video gefällt und du weitere DIY-Anleitungen für Betonmöbel sehen willst, abonniere einfach kostenlos meinen YouTube-Kanal, du wirst dann immer automatisch über neue Projekte informiert!

 

Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg bei deinem Projekt!

 

Über ein Foto von deinem fertigen Ergebnis unten in den Kommentaren würde ich mich sehr freuen.

 

Die Anleitung darf gerne mit Freunden geteilt werden.

 

Für Fragen und Anregungen kannst du dich gerne persönlich an mich wenden.

 

Dein nächstes DIY-Projekt kommt bald, also einfach dran bleiben!

 

Weil selber machen einfach mehr Spaß macht als selber kaufen....

Kommentare: 13
  • #13

    Felix (Sonntag, 17 November 2019 09:26)

    Super Blog und tolle Anleitung. Meine Frage ist nur wo du das Aluminium Blech bekommst. Es müsste m.M.n. 1300x600mm haben. In einer solchen Größe finde ich nur welche für über 60 Euro... hast du einen Tipp?

  • #12

    Frank (Grey Element) (Mittwoch, 14 August 2019 12:54)

    Hallo Jutta,
    Fertigmischungen für hochfeste Betone stellt die Firm Pagel her. Du kannst auch mal auf die Seite www.moertelshop.de schauen, dort gibt es ebenfalls Fertigmischungen. Für den Tisch benötigst du ca. 20 -25 kg Beton. Die Dosierung des Fließmittels kann man nicht so pauschal angeben, da die Produkte der verschiedenen Hersteller teilweise unterschiedlich sind. Du solltest dich hier zunächst an den angegebenen Herstellerangaben orientieren und dann wenn notwendig die Zugabemenge in kleinen Schritten erhöhen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Der Beton darf nicht zu feucht und nicht fließfähig sein und muss eine knetfähige Konsistenz haben. Beste Grüße Frank

  • #11

    Jutta (Mittwoch, 14 August 2019 12:27)

    Hallo Frank, ich habe den Artikel zum
    Fertigen Beton gefunden. Aber ich habe noch eine andere Frage. Wenn ich selbst mische , wieviel fließmittel mit plastifizierender Wirkung muss ich dann nehmen statt dem fließmittel? Und wieviel kg Beton benötige ich insgesamt für den Tisch ? Würde mich über eine Antwort freuen. LG Jutta

  • #10

    Jutta Birkmann (Dienstag, 13 August 2019 16:25)

    Hallo, der Tisch sieht genial aus. Ich würde ihn gerne nachmachen. Aber eine Mischmaschine für Beton habe ich nicht. Geht es auch ohne. Und gibt es einen fertigen Beton, dem man nur Wasser und evtl. Sand zufügen muss.hab es irgendwo gelesen. (Für 35€)Finde es aber nicht mehr. LG Jutta

  • #9

    Frank (Grey Element) (Mittwoch, 10 Juli 2019 04:56)

    Hallo Regine,
    die maximale Verarbeitungszeit habe ich ehrlich gesagt noch nicht ausgetestet, eine Stunde mit gelegentlichem Rühren war aber bislang niemals ein Problem.
    Der verwendete Sand in den Säcken ist meistens noch leicht feucht, aber nicht nass.

    Beste Grüße
    Frank

  • #8

    Regine (Dienstag, 09 Juli 2019 20:27)

    Hallo Frank,

    wirklich tolle Seite. Die Infos hätte ich gerne gehabt als ich vor 5 Jahren eine Lounge Garnitur für die Terrasse betoniert habe. Durch Deine Seite hat mich die BetonierSucht wieder gepackt und ich würde mich an Stücke aus UHPC trauen.

    Kannst Du mir bitte verraten, wie lange der hochfeste Beton verarbeitbar bleibt.
    Bzw: Wie lange hat man Zeit wenn man sich mit der Menge total verhauen hat und noch Beton nachproduzieren muss?

    Ist der Spielsand, den Du nimmst, feucht oder trocken?

    Dank und liebe Grüße
    Regine

  • #7

    Frank (Grey Element) (Montag, 13 Mai 2019 22:02)

    Hallo Thomas,

    ich habe hierfür ebenfalls einen Verflüssiger vom Hersteller Pantarhit verwendet, dieser hatte allerdings eine stark plastifizierende Wirkung. Die genaue Bezeichnung ist mir aktuell leider nicht bekannt, evtl. mal direkt beim Hersteller anfragen.

    Beste Grüße
    Frank

  • #6

    Thomas (Mittwoch, 08 Mai 2019 22:20)

    Hallo Frank
    Ich habe diesen verwendet PANTARHIT® C150 (FM). Stand in der mitgelieferten Anleitung auch "plastifizierende" Wirkung.
    Aber denke an dem liegt es. Habe paar Tests ohne gemacht. Ohne PANTARHIT® C150 (FM) habe ich gute Haftung.
    Würdest du komplett ohne Verflüssiger einen Versuch wagen oder keine Chance?

    Welchen Verflüssiger kannst du für diesen Zweck empfehlen?

    Vielen Dank
    Thomas

  • #5

    Frank (Grey Element) (Mittwoch, 08 Mai 2019 18:14)

    Hallo Thomas,
    welchen Verflüssiger hast du verwendet? Du benötigst hier ein Fließmittel mit plastifizierender Wirkung.
    Beste Grüße
    Frank

  • #4

    Thomas (Dienstag, 07 Mai 2019 18:59)

    Hallo
    Super Blog...super erklärt.
    Schalung habe ich gut hinbekommen. Nur einen Fehler 1mm PET Hartfolie verwendet. Da hats mit Montagekleber nicht gehalten. Mit Doppelseitigem Klebeband gings dann.
    Beton habe ich 1:1 wie hier beschrieben gemischt...aber keine Chance der hält in der Schalung nicht. Egal welche Konsistenz...läuft immer runter.
    Liegt's an der PET? Kann ich mir bicht vorstellen. Oder darf ich keinen Verflüssiger verwenden?

    Gruß Thomas

  • #3

    Frank (Mittwoch, 09 Januar 2019 21:59)

    Hallo Werner,
    vielen Dank für die positive Rückmeldung!

    Beste Grüße
    Frank

  • #2

    Werner (Mittwoch, 09 Januar 2019 17:19)

    Ganz tolle Seite, super erklärt mit allen richtigen und wichtigen Hinweisen bezüglich Fertigung, Handhabung und Sicherheitshinweisen. Ich bin begeistert und möchte sofort loslegen.

  • #1

    tom (Montag, 26 November 2018 19:48)

    Wow,
    Wie immer sehr cool gemacht und vor allem erklärt.
    Danke dir.