Einen Pflanzenkübel aus Beton selber bauen

DIY-Anleitung für Betonmöbel

Schwierigkeitsgrad: für Fortgeschrittene

 

Zeitaufwand: ca. 3,5 Stunden

 

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du einen modernen Übertopf für Pflanzen ganz einfach selber bauen kannst.

 

Mein Pflanzenkübel hat die Maße 40 x 40 x 45 cm (L/B/H). Natürlich kannst du die Maße auch ganz einfach auf deine individuellen Bedürfnisse anpassen.

Benötigte Materialien:

- Spanplatten 16 mm

- Styrodur / Styropor

- Sanitär Silikon

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- Holzschrauben

- Klebeband (wasserfest)

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- Metallwinkel

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- Trennmittel

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- Armierungsgewebe *https://amzn.to/2UfHGn5

- Betonimprägnierung *https://amzn.to/2CKSceU oder 

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- Wachs

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Benötigte Werkzeuge:

 

- Akkuschrauber

- Bleistift

- Meterstab / Maßband

- Lineal

- Holzbohrer

- Silikonpistole

- Cuttermesser

- Schleifpapier 240er Körnung

- Malerspachtel

- Farbroller oder Pinsel

 


1. Herstellung der Schalungsform

Im ersten Arbeitsschritt muss die Schalung für den Beton hergestellt werden. Ich habe hierfür beschichtete Spanplatten mit einer Materialstärke von 16 mm verwendet.

 

Einen Überblick über die gängigsten Schalungsmaterialen findest du hier.

 

Die Schalung wird wie auf dem Bild ersichtlich aus zwei Schalungselementen zusammengesetzt. 

 

Für die Schalung benötigst du Spanplatten mit folgenden Maßen:

 

Äußere Schalung:

1x   43,2 x 43,2 cm

2x   43,2 x 45    cm

2x   40    x 45    cm

 

Innere Schalung:

4x   17,8 x 40   cm

4x   16,2 x 40   cm

 

 

Die Spanplatten sollten möglichst genau geschnitten sein. Wenn du nicht im Besitz einer Tischkreissäge bist, kannst du dir die Platten auch im Baumarkt millimetergenau zuschneiden lassen. Dieser Service ist in den meisten Baumärkten kostenlos.

 

Das äußere Schalungselement wird wie auf dem Bild oben links ersichtlich zunächst ohne die Bodenplatte verschraubt.

Das innere Schalungselement wird an den Seiten jeweils 20 mm kleiner als das äußere Schalungselement. Die Seitenteile der inneren Schalung werden aus acht Teilen zusammengeschraubt, da sich die innere Schalung so später leichter wieder ausschalen lässt. Der Beton unterliegt beim Aushärten einem geringen Materialschwund, wodurch die innere Schalung fest im Betonteil verkeilt wird.

 

Die Spanplatten habe ich wie auf dem Foto ersichtlich mit einem Abstand von jeweils 4 mm zusammengesetzt und verschraubt. Hierfür habe ich einen 4 mm starken Abstandshalter und eine Richtlatte als Anschlag verwendet.

 

Hier solltest du sauber arbeiten, da das Schalungselement sonst später krumm ist und nicht bündig mit der Bodenplatte verschraubt werden kann.

Im nächsten Schritt werden die Spanplatten des inneren Schalungselementes mit Metallwinkeln verschraubt, so lassen sich die Schrauben später ohne große Probleme wieder von innen lösen.

So sollte das verschraubte Schalungselement dann aussehen.

Die offenen Spalten müssen mit einem wasserfesten Klebeband abgeklebt werden, so dass die Schalung komplett wasserdicht ist.

 

Die offenen Schnittflächen an den Stößen der Spanplatten müssen ebenfalls abgeklebt werden, weil diese sonst im Kontakt mit dem im Beton enthaltenen Wasser aufquellen würden.

Als Boden für die innere Schalung verwende ich  Styrodur mit einer Materialstärke von 20 mm, dieses lässt sich später problemlos wieder aus der Schalung entfernen.

 

Die Styrodurplatte muss auf die Maße der inneren Schalung (36 x 36 cm) zurechtgeschnitten und mit wasserfestem Klebeband als Unterboden auf die Schalung geklebt werden.

 

Du kannst hier auch 20 mm starkes Styropor verwenden.

 

Styrodur und Styropor erhältst du in verschiedenen Materialstärken in jedem Baumarkt.

Die Spanplatte, welche als Unterboden der äueren Schalung vorgesehen ist, muss jetzt mittig auf die innere Schalung aufgeschraubt werden, so dass seitlich jeweils ein Überstand von 20 mm entsteht.

Jetzt müssen alle Stöße der beiden Schalungselemente mit einer Silikonfuge abgedichtet werden.

 

Es ist sehr wichtig, dass später kein Wasser aus der Schalungsform austreten kann, weil es sonst an den Austrittsstellen zu Auswaschungen des Zementleimes kommen kann und die Kanten dadurch später porös und sandig sein können.

 

Durch die Silikonfuge werden zudem die Kanten an den Ecken leicht abgerundet, so dass diese beim Ausschalen nicht so leicht brechen können.

 

Die Fuge sollte sauber ausgeführt werden, Unebenheiten zeichnen sich später auf der Sichtbetonfläche ab.

 

Mehr Informationen zu den Grundlagen im Schalungsbau erhältst du hier.

 

Bevor du mit dem Betongießen beginnen kannst, muss die Silikonfuge ausreichend trocken sein, unabhängig vom verwendeten Produkt empfehle ich bei normaler Raumtemperatur eine Wartezeit von mindestens 3 Stunden, dann ist das Silikon in der Regel ausreichend belastbar.

Bevor die beiden Schalungselement miteinander verschraubt werden, muss die Außenseite des inneren Schalungselementes und die Innenseite des äußeren Schalungselementes mit einem Trennmittel eingerieben werden.

 

Wenn du nicht im Besitz eines industriellen Trennmittels bist, kannst du hier auch einfaches Fett, Silikonspray oder sogar Salatöl verwenden.

 

Durch das Trennmittel wird wie der Name schon sagt, eine wasserabweisende Trennschicht zwischen dem Beton und der Schalung aufgebaut. Der Beton geht hierdurch keine Verbindung mit der Schalung ein und lässt sich wesentlich einfacher ausschalen.

 

Das Trennmittel sollte nur als hauchdünner Film mit einem Pinsel oder Tuch aufgetragen werden. Eine zu hohe Dosierung oder Fehlstellen können sich später fleckig auf dem Sichtbeton abzeichnen.

Jetzt kannst du die beiden Schalungselemente zusammenfügen und miteinander verschrauben.

Die fertige Schalung sollte dann so aussehen.

2. Beton anmischen

Da die Wände des Betonteils lediglich 20 mm stark werden sollen , verwende ich zur Herstellung hochfesten Beton.

 

Eine Mischanleitung zur Herstellung von hochfestem Beton erhältst du hier.

 

Wenn du die Wände mit einer Materialstärke ab 3 cm herstellen möchtest, kannst du hier auch handelsüblichen Estrichbeton aus dem Baumarkt verwenden

 

Bei der Arbeit mit Beton gibt es einige Sicherheitshinweise, welche du beachten solltest.

 

Der angemischte Beton wird jetzt Stück für Stück in die Schalungsform eingebracht. Es empfiehlt sich hier, den Beton nur an einer Seite einzubringen, so dass sich dieser selbst in der Schalungsform ausbreiten kann, so kommt es zu weniger Lufteinschlüssen im Beton.

Wenn die Schalungsform etwa zur Hälfte gefüllt ist, muss der eingebrachte Beton verdichtet werden.

 

Aktuell befinden sich im Beton noch kleine Hohlräume und Blasen, in welchen Luft eingeschlossen ist, diese Hohlräume müssen durch die Verdichtung des Betons geschlossen werden. 

 

Die Verdichtung erreichst du durch leichtes Rütteln, bzw. leichtes Abklopfen der Schalungsform. Durch die Verdichtung und die dadurch entweichende Luft bilden sich auf der Betonoberfläche kleine Luftblasen, sobald keine Luftblasen mehr aufsteigen ist die Verdichtung abgeschlossen. 

Nachdem der Styrodurboden leicht mit Beton bedeckt ist, habe ich zur Bewährung des Unterbodens ein Armierungsgewebe eingelegt und die Schalungsform dann bis zur Oberkante mit Beton aufgefüllt.

 

Der Beton muss jetzt für 2 - 3 Tage aushärten. Die Dauer ist insbesondere von der Raumtemperatur abhängig.

Nach drei Tagen ist die Oberfläche des Betons hart und hat eine hellgraue Farbe angenommen, jetzt kann mit dem Ausschalen begonnen werden. 

Es empfiehlt sich hier zuerst mit der inneren Schalung zu beginnen, da das Betonteil noch nicht seine Endfestigkeit erreicht hat und somit durch die äußere Schalung vor Bruch und Beschädigungen geschützt ist. 

Im Anschluss daran kann dann auch die äußere Schalung entfernt werden. 

 

Die Oberfläche des Betons ist noch etwas dunkel, weil im Beton noch Feuchtigkeit enthalten ist, diese wird innerhalb weniger Stunden verdunsten. 

 

Die scharfen Kanten kannst du mit einem Schleifpapier mit 240er Körnung leicht nachbearbeiten.

 

Nachdem die Oberfläche getrocknet war, habe ich noch eine Versiegelung aus Imprägnierung und Wachs aufgetragen. 

 

Wie man bei der Versiegelung vorgeht und welche Möglichkeiten es hier gibt, zeige ich dir hier. 

 

Hier habe ich ein Bild von dem fertigen Pflanzenkübel.

Am Ende der DIY-Anleitung findest du noch ein YouTube-Video, in welchem du die einzelnen Arbeitsschritte nochmals nachverfolgen kannst.

 

Wenn dir das Video gefällt und du weitere DIY-Anleitungen für Betonmöbel sehen willst, abonniere einfach meinen YouTube-Kanal, du wirst dann immer automatisch über neue Projekte informiert!

 

Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg bei deinem Projekt!

 

Über ein Foto von deinem fertigen Ergebnis unten in den Kommentaren würde ich mich sehr freuen.

 

Die Anleitung darf gerne mit Freunden geteilt werden.

 

Für Fragen und Anregungen kannst du dich gerne persönlich an mich wenden.

 

Dein nächstes DIY-Projekt kommt bald, also einfach dran bleiben!

 

Weil selber machen einfach mehr Spaß macht als selber kaufen....

Kommentare: 7
  • #7

    Jewgeni (Montag, 25 März 2019 11:17)

    Sehr nette Arbeit. Kann man diese Schritte auf ein betonwaschbecken fürs Badezimmer anwenden? (Andere Maße und Abflussloch)

    Ich Frage mich wie das Material auf Kalk und Zahnpasta reagiert �

  • #6

    Frank (Grey Element) (Montag, 04 März 2019 09:03)

    Hallo Christoph,
    an der Unterseite kann keine Silikonfuge angebracht werden, weil man da nicht mehr hinkommt, wenn die beiden Elemente verschraubt werden. Man sollte hier so arbeiten, dass der Deckel sauber aufliegt und kein Spalt entsteht, an welchem Wasser austreten kann.
    Beste Grüße
    Frank

  • #5

    Christoph (Sonntag, 03 März 2019 17:10)

    Hallo Frank,

    Kurze Frage zu dem Silikonfugen:
    Wenn du das Unterteil mit dem außenkörper verbindest kann man dort keine füge ziehen. Hast du da vielleicht einen Trick oder habe ich an der Stelle ein Denkfehler?

    Gruß
    Christoph

  • #4

    Frank (Grey Element) (Samstag, 16 Februar 2019 11:46)

    Hallo Sergej,
    wenn du deine Wände 30 mm stark machen willst, kannst du hier auch Betonestrich aus dem Baumarkt verwenden, da hat das Maximalkorn eine Größe von 8mm. Bei einer Wandung von 30 mm dürfte der Klang schon deutlich tiefer sein. Beste Grüße Frank

  • #3

    Sergej (Freitag, 15 Februar 2019 13:23)

    OK. Danke für die Antwort. Eventuell muss ich da noch etwas experimentieren. Vielleicht den Sand zur Hälfte bis 2mm Körnung,die andere Hälfte etwas grobkörniger wählen? Würde das was bringen?
    Mfg Sergej

  • #2

    Frank (Grey Element) (Donnerstag, 14 Februar 2019 22:23)

    Hallo Sergej,
    bei der Wandstärke von 20 mm würde ich den Klang als hell beschreiben.
    Beste Grüße
    Frank

  • #1

    Sergej (Donnerstag, 14 Februar 2019 21:43)

    Moin. Mich würde interessieren ob der Beton eher hell oder dumf vom Klang ist, wen man dagegegen klopft. Ich habe vor Lautsprecher Gehäuse zu bauen. 3cm Wandstärke und Aussenmaße von ca. 100x23x28cm. Vorne vor, die Schallwand wird aus doppelter MDF Platte bestehen. Also gegossen soll nur eine Wanne werden! Danke