Eine Sitzbank aus Beton und Holz selber bauen

DIY-Anleitung

Schwierigkeitsgrad: für Fortgeschrittene 

 

Zeitaufwand: ca. 4 Stunden

Benötigte Materialien:

 

- Spanplatte 16 mm

- 6x Kantholz 6 x 8 x 180 cm

- 6x Dübel (12 mm)

- 1x Gewindestange M8

- 24x Muttern für M8 Gewinde

- 24x Beilagscheiben für M8 Gewinde

- Styropor

- Betonestrich

- Sanitär Silikon

- Holzschrauben

- Klebeband

- Trennmittel

- Betonimprägnierung

- Holzlasur

- Torstahl (Armierungsstahl 6 mm)

Benötigte Werkzeuge:

 

- Akkuschrauber / Bohrmaschine

- Bleistift

- Meterstab / Maßband

- Holzbohrer

- Steinbohrer

- Forsterbohrer

- Silikonpistole

- Cuttermesser

- Schleifpapier 240er Körnung

- Malerspachtel

- Winkelschleifer / Metallsäge

- Schraubendreher

- Ringschlüssel

- Pinsel / Farbroller

 


In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du eine moderne Sitzbank aus Beton und Holz ganz einfach selber bauen kannst.

 

Die beschriebene Sitzbank hat die Maße 180 x 43 x 45 cm (L/B/H).

Natürlich kannst du die Bank auch auf deine individuellen Maße anpassen.

1. Herstellung der Schalungsform

Für die Kufen aus Beton muss im ersten Arbeitsschritt eine Schalung hergestellt werden. Für die Schalung habe ich lackierte Spanplatten mit einer Materialstärke von 16 mm verwendet. Durch die glatte Oberfläche der Spanplatten werden die Betonteile später ebenfalls eine spiegelglatte Sichtbetonoberfläche aufweisen.

 

Hier erhältst du einen kurzen Überblick über Schalungsmaterialien,  welche du zu Herstellung von Betonmöbeln noch verwenden kannst. 

 

Für die Schalung benötigst du Schalungsholz mit folgenden Maßen:

 

1x  52 x 91,6 cm 

2x  91,6 x 9,6 cm 

2x  55,2 x 9,6 cm 

1x  52 x 8 cm

2x  45 x 8 cm

4x  7,4 x 8 cm

 

Spanplatten erhältst du in jedem Baumarkt. Die Platten kannst du dir dort gleich auf die gewünschten Maße zuschneiden lassen.

 

Da die beiden Kufen der Bank zusammen in einer Schalung herstellt werden sollen, habe ich auf der Bodenplatte die Mitte markiert und vorgebohrt. 

Die Seitenteile der Schalung solltest du vor der Montage ebenfalls  vorbohren.

 

Die Löcher für die Schrauben sollten hier eine halbe Materialstärke vom Rand, also bei der 16 mm starken Platte, in einem Abstand von 8 mm gebohrt werden. Setzt du die Bohrung zu weit rechts oder links an, besteht die Gefahr, dass sich die Lackschicht auf der Platte wölbt oder im schlimmsten Fall sogar abplatzt, diese Stellen würden sich dann später unschön auf der Sichtbetonfläche abzeichnen.  

Die vorgebohrten Seitenteile und die Trennleiste musst du jetzt wie auf dem Bild ersichtlich an die Bodenplatte montieren.

Die Schalungsform sollte dann im ersten Schritt so aussehen.

 

Wenn du die Spanplatte nach den oben angegebenen Maßen geschnitten hast, werden die Seitenteile bei deiner Form bündig sein und nicht überstehen. Meine Seitenteile sind etwas länger, da ich die Stücke noch von einem anderen Projekt übrig hatte. 

Da die Sitzfläche später bündig in die Betonkufen eingelassen werden soll, müssen in der Schalungsform zwei Aussparung mit den Maßen 45 x 9 x 8 cm (L/B/H) vorgesehen werden.

 

Bei den verschraubten Spanplatten musst du die unlackierten Schnittstellen jeweils mit wasserfestem Klebeband abkleben,  da diese sonst im Kontakt mit dem feuchten Beton Wasser ziehen und aufquellen.

Die Aussparung für die Sitzfläche musst du jetzt an beiden Seiten mittig anzeichnen und dann ebenfalls vorbohren.

Nachdem du alle Bohrungen angebracht hast, müssen die Stöße der Schalungsplatten komplett mit einer Silikonfuge abgedichtet werden.

 

Es ist sehr wichtig, dass später kein Wasser aus der Schalungsform austreten kann, weil es sonst an den Austrittsstellen zu Auswaschungen des Zementleimes kommen kann und die Kanten dadurch später porös und sandig sein können.

 

Durch die Silikonfuge werden zudem die Kanten an den Ecken leicht abgerundet, so dass diese beim Ausschalen nicht so leicht brechen können.

 

Die Fuge sollte sauber ausgeführt werden, Unebenheiten zeichnen sich später auf der Sichtbetonfläche ab.

 

Mehr Informationen zu den Grundlagen im Schalungsbau erhältst du hier.

 

Bevor du mit dem Betongießen beginnen kannst, muss die Silikonfuge ausreichend trocken sein, unabhängig vom verwendeten Produkt empfehle ich bei normaler Raumtemperatur eine Wartezeit von mindestens 3 Stunden, dann ist das Silikon in der Regel ausreichend belastbar.

Die fertige Schalungsform sollte jetzt so aussehen. An der Unterseite der Kufen habe ich noch eine Aussparung mit 22 x 6 x 8 cm (L/B/H) aus Styropor angebracht, die Aussparungen lockern aus meiner Sicht die Optik der Sitzbank etwas auf. Wenn dir die Kufen ohne Aussparung besser gefallen, kannst du diese auch einfach weglassen. 

2. Montage der Sitzfläche

Für die Sitzfläche habe ich mir aus dem Baumarkt Kanthölzer mit einer Materialstärke von 60 x 80 mm besorgt. Die Kanthölzer habe ich dort gleich auf eine Länge von 180 cm zuschneiden lassen.

 

Bei der Auswahl der Kanthölzer solltest du darauf achten, dass diese gerade und nicht verzogen sind, sonst wird die Sitzfläche später uneben.

 

Zur optischen Aufwertung und zum Schutz vor Verwitterung habe ich die Kanthölzer mit einer Holzlasur behandelt. Bei der Lasur habe ich mich für den Farbton Eiche hell entschieden.

 

Lasuren haben den Vorteil, dass die natürliche Holzmaserung sichtbar bleibt. Laut Beschreibung soll die Lasur im Außenbereich einen Witterungsschutz von fünf Jahren garantieren.

 

Holzlasuren in verschiedenen Farben erhältst du in jedem Baumarkt. 

Nachdem die Lasur getrocknet ist, müssen die Kanthölzer jeweils beidseitig vorgebohrt werden, ich habe hierzu einen Holzbohrer mit einem Durchmesser von 10 mm verwendet.

 

An den beiden außen liegenden Kanthölzern habe ich mit einem

30 mm Forstnerbohrer eine Aussparung angebracht, so dass die Mutter und die Beilagscheibe später versenkt sind und bündig mit dem Kantholz abschließen.

Die Kanthölzer werden mit zwei Gewindestäben M8 verschraubt.

 

Da die Sitzbank später im Außenbereich aufgestellt werden soll, habe ich hier Gewindestäbe aus Edelstahl verwendet. In einer kostengünstigeren Ausführung sind die Gewindestäbe auch aus verzinktem Metall erhältlich.

 

Zur Montage benötigst du zwei Gewindestäbe mit einer Länge von jeweils 43,5 cm.

 

Die Gewindestäbe habe ich mit einem Winkelschleifer (Flex) abgelängt. Wenn du keinen Winkelschleifer besitzt, kannst du hierzu auch eine Metallsäge verwenden.

 

Gewindestäbe in verschiedenen Ausführungen erhältst du in jedem Baumarkt.

Zur Fixierung und zugleich als Abstandshalter habe ich die Kanthölzer mit jeweils zwei Muttern und zwei Beilagscheiben verschraubt. Der Abstand zwischen den einzelnen Kanthölzern müsste jetzt ca. 1,5 cm betragen.

 

Die Bohrung habe ich um 22 cm nach innen versetzt, so dass die Sitzfläche später an beiden Seiten  jeweils 20 cm über die Betonkufen hinausragt.

Die verschraubte Sitzfläche sollte jetzt so aussehen.

Da ich vermeiden will, dass die Kanthölzer später bei Feuchtigkeit auf dem Beton aufliegen, habe ich an der Unterseite der Sitzfläche zwei Aluminiumschienen mit den Maßen 41,5 x 2 x 1,5 cm (L/B/H) in einem Abstand von 21 cm nach innen versetzt angeschraubt. Wichtig ist hier, dass du die Aluminiumschiene nicht direkt über der Gewindestange anbringst, weil du sonst später bei der Montage der Betonkufen Probleme haben wirst. 

Bevor du jetzt mit dem Betonieren beginnen kannst, muss die komplette Innenseite der Schalung mit einem Trennmittel eingerieben werden. Wenn du nicht im Besitz eines Industriellen Trennmittels bist, kannst du hier auch einfaches Fett, Silikonspray oder sogar Salatöl verwenden.

 

Durch das Trennmittel wird wie der Name schon sagt, eine wasserabweisende Trennschicht zwischen dem Beton und der Schalung aufgebaut. Der Beton geht hierdurch keine Verbindung mit der Schalung ein und lässt sich wesentlich einfacher ausschalen.

 

Das Trennmittel sollte nur als hauchdünner Film mit einem Pinsel oder Tuch aufgetragen werden. Eine zu hohe Dosierung oder Fehlstellen können sich später fleckig auf dem Sichtbeton abzeichnen.

3. Beton anmischen

Jetzt kannst du auch schon den Beton anmischen. Da die Betonfüße massiv gegossen und später auch keiner hohen statischen Belastung ausgesetzt sein werden, habe ich hier eine handelsübliche Fertigmischung Betonestrich aus dem Baumarkt verwendet.

 

Der Fertigmischung musst du einfach gemäß den Herstellerangaben Wasser hinzugeben. Ich habe dem Beton noch zusätzlich ein spezielles Fließmittel beigemischt, so dass dieser fließfähiger wird, dies ist jedoch nicht unbedingt notwendig. 

 

Welche Möglichkeiten es zum Mischen von Beton gibt erfährst du hier.

 

Im Umgang mit Beton gib es einige Sicherheitshinweise welche du beachten solltest.

Nachdem du den Beton gut durchgemischt hast, kannst du diesen langsam in die Schalungsform einbringen. Wenn die Schalung etwa zu 3/4 gefüllt ist, kann der Armierungsstahl eingelegt werden. 

Zur Armierung habe ich jeweils vier Stäbe aus 6 mm Torstahl in den Beton eingebracht, diese habe ich zuvor mit einem Winkelschleifer (Flex) zurechtgeschnitten.

Nachdem die Armierung eingebracht ist, kannst du die Schalungsform bis zur Oberkannte mit Beton auffüllen.

 

Damit der Beton später eine glatte und blasenfreie Oberfläche erhält, muss dieser in der Schalungsform noch verdichtet werden.

 

Aktuell befinden sich im Beton noch kleine Hohlräume und Blasen, in welchen Luft eingeschlossen ist, diese Hohlräume müssen durch die Verdichtung des Betons geschlossen werden. 

 

Die Verdichtung erreichst du durch leichtes Rütteln, bzw. leichtes Abklopfen der Schalungsform. Durch die Verdichtung und die dadurch entweichende Luft bilden sich auf der Betonoberfläche kleine Luftblasen, sobald keine Luftblasen mehr aufsteigen ist die Verdichtung abgeschlossen.  

Wenn die Schalungsform bis zur Oberkante gefüllt und der Beton ausreichend verdichtet ist, muss die Oberfläche abgezogen und geglättet werden.

 

Der Beton muss jetzt für 24 - 48 Stunden aushärten. Die Dauer ist insbesondere von der Raumtemperatur abhängig. 

Es empfiehlt sich, die Schalung über Nacht mit einer Kunststoffplane abzudecken, der Beton härtet hierdurch langsamer, aber dafür auch härter aus.

Nach 24 Stunden sieht der Beton bei mir jetzt so aus, die Oberfläche ist hart und hat eine hellgraue Farbe angenommen. Jetzt kann vorsichtig mit dem Ausschalen begonnen werden. 

Die Betonoberfläche ist nach dem Ausschalen noch etwas dunkel, da sich noch Feuchtigkeit im Beton befindet. 

 

Scharfe Kanten und Unebenheiten kannst du mit einem Schleifpapier mit 240er Körnung bearbeiten. 

 

Wenn deine Betonoberfläche größer Lufteinschlüsse (Lunkern) aufweisen sollte, kannst du diese im Nachhinein noch durch eine sog. Betonkosmetik bearbeiten. Wie das funktioniert, zeige ich dir hier.

Um die Sitzfläche später fest mit den Betonkufen verschrauben zu können, müssen Bohrungen für die Dübel angebracht werden.

 

Zuvor habe ich in jeweils drei Zwischenräumen der Sitzfläche eine Bohrung in der montierten Aluminiumschiene angebracht.

 

Die Bohrungen in der Aluminiumschiene und im Beton müssen bei der Montage exakt übereinstimmen, hier musst du genau arbeiten. Zur Befestigung habe ich auf beiden Seiten jeweils drei 12er Dübel verwendet. 

Zur Versiegelung habe ich die Kufen noch mit einer Betonimprägnierung eingelassen, der Beton ist hierdurch vor Feuchtigkeit und Frost geschützt. 

Im letzten Arbeitsgang musst du die Sitzfläche noch mit den Betonkufen verschrauben, dann ist die Sitzbank auch schon fertig. 

Hier habe ich noch zwei Bilder der fertigen Sitzbank. 

Am Ende der DIY-Anleitung findest du noch ein YouTube-Video, in welchem du die einzelnen Arbeitsschritte nochmals nachverfolgen kannst.

 

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Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg bei deinem Projekt!

 

Über ein Foto von deinem fertigen Ergebnis unten in den Kommentaren würde ich mich sehr freuen.

 

Die Anleitung darf gerne mit Freunden geteilt werden.

 

Für Fragen und Anregungen kannst du dich gerne persönlich an mich wenden.

 

Dein nächstes DIY-Projekt kommt bald, also einfach dran bleiben!

 

Weil selber machen einfach mehr Spaß macht als selber kaufen....

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