Ein modernes TV-Board aus weißem Beton selber bauen

Betonmöbel selber bauen

DIY-Anleitung

Schwierigkeitsgrad: mittel

Zeitaufwand: ca. 10 Stunden

Das abgebildete TV-Board hat die Maße 210 x 40 x 48 cm (L/B/H), wobei die Länge durch die Trennung des oberen und unteren Boards variabel ist. 

Benötigte Materialien:

 

- beschichtete Spanplatten 16 mm

- Holzschrauben

- Styrodur oder Styropor

- Metallwinkel

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- wasserfestes Klebeband

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- Sanitär-Silikon

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- Trennmitte

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- Armierungsgewebe

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- Estrichmatte

- Torstahl 6 mm

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- Beton

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- Zement (Weißzement)

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- Möbelfüße

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- Dübel 4 mm

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- Betonimprägnierung

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- Wachs

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Benötigte Werkzeuge:

 

- Bleistift

- Maßband / Meterstab

- Akkuschrauber

- Betonmischer oder Rührquirl

- Cuttermesser

- Malerspachtel

- Silikonpistole

- Holzbohrer

- Steinbohrer

- Schleifpapier 240er Körnung

- Schraubendreher


Die Produktlinks von Amazon sollen die einzelnen Materialien darstellen. Vor dem Kauf lohnt sich  ein Vergleich, insbesondere der Betonestrich und der Zement sind im Baumarktwesentlich günstiger erhältlich!

1. Herstellung der Schalungsformen

Für das TV-Board werden zwei verschiedene Betonschalungen benötigt.

 

Zur Herstellung habe ich wie fast immer beschichtete Spanplatten mit einer Materialstärke von 16 mm verwendet.

 

Einen Überblick über mögliche Schalungsmaterialien bei der Herstellung von Betonmöbeln erhältst du hier.

 

Einen Überblick zu den Grundlagen im Schalungsbau habe ich dir hier zusammengestellt.

 

Für die beiden Schalungen benötigst du einen Spanplattenzuschnitt mit den nachfolgend genannten Maßen:

 

Unteres Board:

- 1x   140 x 42 cm

- 2x   140 x 23,6 cm

- 2x   45,2 x 23,6 cm

- 2x   66,7 x 39 cm

- 2x   37,4 x 17,4 cm

- 1x   134 x 17, 4 cm

 

Oberes Board:

- 1x   140 x 38 cm

- 1x   143,2 x 51,2 cm 

- 1x   131,4 x 38 cm

- 1x   49,6 x 38 cm

- 1x   41 x 38 cm

- 2x   10,2 x 38cm

 

Die Platten kannst du entweder selbst auf einer Tischkreissäge zurechtsägen, oder du lässt den Zuschnitt kostenlos im Baumarkt durchführen.

Die Schalungselemente müssen jetzt wie auf dem Bild ersichtlich montiert werden.

 

Schalungsform für das untere Board:

Bei der Schalungsform für das untere Board handelt es sich um eine einfache "Trogform". 

An den Stößen an der Innenseite der Schalungsform muss eine Silikonfuge angebracht werden, so dass später kein Wasser aus der Schalungsform austreten kann.

 

Wenn Wasser austritt, können die Kanten hierdurch später sandig und porös sein.

Für das untere Board muss ein zusätzliches Element für eine Aussparung hergestellt werden, welches später in die Schalungsform eingesetzt und verschraubt wird.

 

Da der Beton beim Aushärten einem leichten Materialschwund unterliegt, muss die Aussparung so konstruiert werden, dass sich diese später beim Ausschalen wieder problemlos aus der Schalungsform entfernen lässt.

 

Ich habe die Bodenplatte der Aussparung daher wie auf dem Bild ersichtlich in zwei Teile geteilt und mit einem Brett verschraubt. Die Breite der Kerbe sollte ca. 5 mm betragen.

Die Kerbe und die offenen Schnittkanten der Spanplatten müssen mit wasserfestem Klebeband abgeklebt werden. Die Spanplatten würden sonst im Kontakt mit Feuchtigkeit aufquellen. 

Schalungsform für das obere Board:

Bei der Schalung des oberen Boards wird zuerst die äußere Schalungsseite mit der Bodenplatte verschraubt. Als Bodenplatte habe ich hier eine Siebdruckerplatte verwendet, weil ich diese noch als Holzschnitt übrig hatte, du kannst hier ebenfalls eine beschichtete Spanplatte verwenden.

Danach müssen die Löcher für die innere Schalungsseite vorgebohrt werden und dann an den Plattenstößen ebenfalls eine Silikonfuge angebracht werden. 

Bevor die beiden Schalungsteile miteinander verschraubt werden, müssen alle Flächen, an welchen später der Beton anliegt, mit einem Trennmittel eingerieben werden.

 

Wenn du nicht im Besitz eines industriellen Trennmittels bist, kannst du hier auch einfaches Fett, Silikonspray oder sogar Salatöl verwenden.

 

Durch das Trennmittel wird wie der Name schon sagt, eine wasserabweisende Trennschicht zwischen dem Beton und der Schalung aufgebaut. Der Beton geht hierdurch keine Verbindung mit der Schalung ein und lässt sich wesentlich einfacher ausschalen.

 

Das Trennmittel sollte nur als hauchdünner Film mit einem Pinsel oder Tuch aufgetragen werden. Eine zu hohe Dosierung oder Fehlstellen können sich später fleckig auf dem Sichtbeton abzeichnen.

Zur Gewichtsreduzierung wird auf der Unterseite des oberen Boards eine "unsichtbare" Aussparung angebracht. Ich verwende hierzu eine Platte aus Styrodur, welche später nach dem Ausschalen wieder entfernt wird. Das Styrodur hat eine Materialstärke von 20 mm. 

 

Alternativ zum Styrodur kannst du auch kostengünstigeres Styropor verwenden. Der Vorteil von Styrodur ist, dass sich dieses einfacher verarbeiten lässt.

 

Die Styrodurplatte wird mit Silikon auf die innere Schalungsseite aufgeklebt.

 

Da später an der Unterseite des oberen Boards noch Möbelfüße aus Metall befestigt werden sollen, lasse ich vorne einen Überstand von 15 cm, an welchem keine Aussparung angebracht wird. So lassen sich später die Dübel für die Metallfüße problemlos befestigen.

Jetzt können die beiden Seitenteile miteinander verschraubt werden.

2. Die Betonarmierung

Für die Armierung des unteren Boards verwende ich eine Kombination aus Armierungsgewebe und einer Estrichmatte.

 

Einen Überblick über Armierungsarten in der Herstellung von Betonmöbeln gibt's hier.

 

Das Armierungsgewebe sollte an jeder Seite ca. 20 mm kleiner sein als die Innenseite der Schalungsform, so dass dieses nicht an der Schalungsform anliegt.

 

Die Estrichmatte muss so gebogen werden, dass  diese jeweils 15 mm kleiner ist als die Innenseite der Schalungsform, bei einer Wandstärke von 30 mm liegt die Armierung dann genau in der Mitte der Betonwandung.

 

Zur Armierung des oberen Boards habe ich 6 mm starken Torstahl verwendet, dieser muss auf die Maße der Schalungsform zurechtgebogen werden. Auch hier sollten wieder ca. 20 mm Abstand zur Schalung gehalten werden. 

3. Das Betonieren

Da der zukünftige Eigentümer das TV-Board in der Farbe weiß haben wollte, habe ich zur Herstellung Weißzement verwendet, hiermit habe ich mir hochfesten Beton zusammengemischt.

 

Eine entsprechende Mischanleitung für meinen hochfesten Möbelbeton findest du hier.

 

Da das TV-Board an der schwächsten Stelle eine Materialstärke von 30 mm hat, kannst du hier auch bedenkenlos handelsüblichen Betonestrich aus dem Baumarkt verwenden, diesem musst du einfach nach Herstellerangaben Wasser hinzugeben und mischen.

 

Da insbesondere sehr günstige Fertigmischungen oft nur den vorgeschriebenen Mindestgehalt an Zement beinhalten, empfiehlt es sich hier noch zusätzlich 5 % Zement hinzuzugeben und den Wasseranteil leicht zu erhöhen.

 

Bei der Verarbeitung von Beton gibt es einige Sicherheitshinweise, welche du beachten solltest, mehr dazu erfährst du hier.

 

Betoniervorgang des unteren Boards:

Nachdem die Silikonfuge ausreichend ausgehärtet ist und ein Trennmittel auf das Schalungsholz aufgebracht wurde, kann die erste Schicht Beton in einer Höhe von ca. 20 mm in die Schalungsform eingebacht werden, danach wird das Armierungsgewebe eingelegt und weitere 10 mm Beton eingebracht.

Jetzt wird die gebogene Estrichmatte in die Form eingelegt und leicht in den Beton gedrückt. Achte herbei darauf, dass der vordere und seitliche Abstand genau 15 mm beträgt.

Nachdem sich jetzt eine 30 mm hohe Schicht Beton in der Schalungsform befindet, wird die Aussparung in die Schalungsform eingelegt, so dass diese an der Oberkante bündig mit der Schalungsform abschließt. 

Die Aussparung wird mit Schrauben fixiert, so dass dies nicht verrutschen oder aufschwimmen kann. Achte hierbei auf eine feste Fixierung, sonst kann die Bodenplatte der Aussparung durch den Verdichtungsdruck nach oben gedrückt werden, eine Korrektur ist dann nur noch sehr schwer möglich.

Im Anschluss daran kann die Form bis zur Oberkante mit Beton aufgefüllt werden.

Der eingebrachte Beton muss hierbei immer wieder durch leichte Schläge auf die Schalungsform verdichtet werden.

 

Aktuell befinden sich im Beton noch kleine Hohlräume und Blasen, in welchen Luft eingeschlossen ist, diese Hohlräume müssen durch die Verdichtung des Betons geschlossen werden. 

 

Die Verdichtung erreichst du durch leichtes Rütteln, bzw. leichtes Abklopfen der Schalungsform. Durch die Verdichtung und die dadurch entweichende Luft bilden sich auf der Betonoberfläche kleine Luftblasen, sobald keine Luftblasen mehr aufsteigen ist die Verdichtung abgeschlossen. 

 

Was bei der Verdichtung von Beton zu beachten ist, erfährst du hier.

Betoniervorgang des oberen Boards:

Die Schalungsform für das obere Board wird ebenfalls mit Beton aufgefüllt. Etwa alle 10 cm muss eine Armierung aus Torstahl eingelegt werden. 

 

Der eingebrachte Beton muss ebenfalls verdichtet werden.

 

Nachdem etwa 50 % des Betons eingebracht sind, werden sich die beiden Seitenteile aufgrund des Verdichtungsdrucks leicht nach außen biegen, hier empfiehlt es sich die beiden Seitenteile mit Schraubzwingen zu fixieren. Wenn du keine Schraubzwingen hast, kannst du die beiden Seitenteile auch mit einer Holzleiste und Schrauben fixieren.

 

Nachdem die beiden Schalungsformen jetzt gefüllt sind, muss der Beton für 24 - 48 Stunden aushärten. Die Dauer ist insbesondere von der Raumtemperatur abhängig.

Meine Betonteile habe ich nach 48 Stunden ausgeschalt. Die Oberfläche erscheint noch etwas ungleichmäßig und dunkel, dies liegt daran, weil im Beton noch einige Feuchtigkeit enthalten ist, welche jedoch recht schnell verdunsten wird. 

 

Wenn dein Board viele unschöne Lunkern aufweist, können diese durch eine sog. Betonkosmetik nachbearbeitet werden. wie das funktioniert, zeige ich dir hier.

 

Die scharfen Kanten habe ich mit einem Schleifpapier mit 240er Körnung gebrochen.

 

Nach drei Tagen habe ich die Oberflächen der beiden Boards noch versiegelt, ich habe hierzu eine Kombination aus Imprägnierung und Wachs verwendet. 

 

Wie ich bei der Versiegelung von Betonmöbeln mit einfach belasteten Oberflächen vorgehe und welche Produkte ich hierzu verwende, zeige ich dir hier.

An der Vorderseite des oberen Boards habe ich zwei Möbelfüße montiert, welche ich auf die benötigte Höhe abgeschnitten habe. 

Die Möbelfüße werden dann einfach mit Dübeln (4 mm) an der Unterseite des oberen Boards montiert.

3. Herstellung des Sockels

Das untere Board ist auf einem "unsichtbaren" Sockel gelagert, welcher ihm einen schwebenden Charakter verleiht. 

 

Den Sockel habe ich aus 18 mm starken OSB-Platten zusammengeschraubt und an der Vorderseite mit schwarzem Sprühlack lackiert., so dass dieser im Schatten nicht sichtbar ist.

 

Das untere Board wird jetzt einfach mittig auf den Sockel aufgelegt, dann ist das TV-Board auch schon fertig.

Am Ende der DIY-Anleitung findest du noch ein YouTube-Video, in welchem du die einzelnen Arbeitsschritte nochmals nachverfolgen kannst.

 

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Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg bei deinem Projekt!

 

Über ein Foto von deinem fertigen Ergebnis unten in den Kommentaren würde ich mich sehr freuen.

 

Die Anleitung darf gerne mit Freunden geteilt werden.

 

Für Fragen und Anregungen kannst du dich gerne persönlich an mich wenden.

 

Dein nächstes DIY-Projekt kommt bald, also einfach dran bleiben!

 

Weil selber machen einfach mehr Spaß macht als selber kaufen....

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