Sitzbank aus Beton und Holz selber bauen – Schritt für Schritt zur modernen Gartenbank

Beton trifft Holz – eine zeitlose Kombination

Beton und Holz gehören für mich zu den schönsten Materialkombinationen überhaupt. Während Beton für Stabilität, Langlebigkeit und eine moderne Optik sorgt, bringt Holz Wärme und Natürlichkeit ins Projekt. Genau diese Kombination macht Möbel aus Beton so besonders.

 

In dieser Anleitung zeige ich dir Schritt für Schritt, wie ich eine massive Sitzbank mit zwei Betonkufen und einer Sitzfläche aus Holz gebaut habe. Die Bank eignet sich perfekt für den Garten, die Terrasse oder den Eingangsbereich und kann mit etwas handwerklichem Geschick problemlos selbst gebaut werden.

 

 

Ich gehe dabei nicht nur auf die einzelnen Arbeitsschritte ein, sondern zeige dir auch, worauf du achten solltest, damit die Betonoberfläche möglichst sauber wird und du dir unnötige Nacharbeit ersparst.

Das fertige Ergebnis

 

Die fertige Sitzbank besteht aus zwei massiven Betonkufen, die das Gewicht der Bank tragen. Als Sitzfläche kommt eine massive Holzbohle zum Einsatz, die dem Möbelstück einen warmen Kontrast verleiht.

 

Durch das schlichte Design passt die Bank sowohl in moderne als auch in klassische Gärten und kann problemlos mehrere Jahrzehnte überdauern.

Materialliste

Für den Nachbau werden folgende Materialien benötigt:

 

  • Beton für die Betonkufen
  • Beschichtete Spanplatten für die Schalung
  • Spanplattenschrauben
  • Silikon zum Abdichten der Schalungsfugen
  • Trennmittel
  • Fließmittel für Beton
  • Betonimprägnierung zum Schutz des Sichtbetons
  • Konstruktionsholz für die Sitzfläche
  • Holzlasur
  • Edelstahlschrauben zur Befestigung der Sitzfläche
  • Gewindestäbe
  • Muttern

Werkzeugliste

Folgende Werkzeuge kommen beim Bau zum Einsatz:

 

  • Handkreissäge oder Tischkreissäge
  • Akkuschrauber
  • Kartuschenpistole
  • Betonmischer oder Rührquirl
  • Winkelschleifer 

Planung der Sitzbank

Bevor es an den eigentlichen Bau geht, solltest du dir überlegen, welche Maße deine Sitzbank haben soll.

Für eine bequeme Sitzhöhe haben sich etwa 40 bis 45 Zentimeter bewährt. Die Sitzfläche sollte ungefähr 35 bis 40 Zentimeter tief sein. Die Länge kannst du natürlich individuell anpassen.

 

Da Beton ein hohes Eigengewicht besitzt, empfiehlt es sich, die Betonkufen nicht unnötig massiv auszuführen. Bereits relativ schlanke Bauteile besitzen eine enorme Tragfähigkeit.

 

Auch die spätere Holzauflage solltest du bereits jetzt berücksichtigen. Je nach Holzart verändert sich das Gesamtbild der Bank erheblich. Eiche sorgt beispielsweise für eine besonders hochwertige Optik, während Lärche oder Douglasie eine gute Alternative für den Außenbereich darstellen.

 

Tipp: Erstelle dir vor dem Bau eine einfache Skizze mit allen Maßen. Dadurch lassen sich Fehler beim Zuschnitt der Schalung später vermeiden.

Meine Maße

Schritt 1 – Die Schalung bauen

Die Qualität einer Sichtbetonoberfläche beginnt bereits beim Bau der Schalung. Jede Unebenheit und jede schlecht abgedichtete Fuge wird später 1:1 auf dem Beton sichtbar sein.

Deshalb lohnt es sich, für diesen Arbeitsschritt etwas mehr Zeit einzuplanen und sauber zu arbeiten.

 

Ich verwende für die Schalung beschichtete Schalplatten, diese sind in jedem Baumarkt erhältlich. Durch die glatte Oberfläche erhält man später auch komplett glatten Sichtbeton.

 

Zunächst werden alle Schalungsteile entsprechend der geplanten Maße zugeschnitten. Anschließend werden die einzelnen Platten sorgfältig miteinander verschraubt. Wichtig ist dabei, möglichst exakt zu arbeiten, damit später alle Kanten sauber aufeinandertreffen. Nachdem die Schalung verschraubt wurde, werden sämtliche Innenfugen mit Silikon abgedichtet.

 

Dieser Arbeitsschritt wird häufig unterschätzt, hat aber einen großen Einfluss auf das spätere Ergebnis. Ohne Silikon kann Zementleim aus den Fugen austreten. Dadurch entstehen unsaubere und brüchige Kanten.

 

Das Silikon wird anschließend mit einem Fugenglätter sauber abgezogen, sodass gleichmäßige Übergänge entstehen. Ich verwende hier ein spezielles Fugenwerkzeug mit welchem sich eine schöne Rundung erzielen lässt.  

 

Nach dem Aushärten des Silikons werden die Silikonüberstände entfernt und ein dünner Film Trennmittel auf die Schalungsoberfläche aufgetragen.  

 

Hier gilt ganz klar: Weniger ist mehr!

 

Ein zu dicker Auftrag verbessert das Ausschalen nicht. Im Gegenteil – überschüssiges Trennmittel kann später Flecken oder Wolken auf der Betonoberfläche verursachen. Ein hauchdünner, gleichmäßiger Film reicht vollkommen aus.

Schritt 2 – Den Beton richtig anmischen

Jetzt geht es an den eigentlichen Werkstoff – den Beton.

 

Für die Betonkufen habe ich eine Fertigmischung Betonestrich aus dem Baumarkt verwendet, diese habe ich noch durch die Zugabe von 5% zusätzlichem Zement und Microsilica aufgewertet. Durch das Microsilica wird der Beton deutlich dichter und damit auf Dauer auch deutlich witterungsbeständiger. 

 

 

Ein häufiger Fehler besteht darin, zu viel Wasser zu verwenden. Der Beton wirkt dadurch zwar zunächst geschmeidiger, verliert aber an Festigkeit und neigt stärker zu Lunkern, Ausblühungen und Schwindrissen.

 

Der Beton sollte eine gut fließfähige Konsistenz besitzen, ohne dabei zu dünn zu werden. Zur Verbesserung der Fließfähigkeit habe ich dem beton zusätzlich noch ein Fließmittel beigemischt, dadurch lässt sich der Beton auch deutlich einfacher verdichten und man erhält später weniger Lufteinschlüsse auf der Oberfläche. 

 

 

Praxistipp: Lass den Beton nach dem ersten Anmischen ein bis zwei Minuten ruhen. Auf der Oberfläche darf sich jetzt kein Wasserfilm bilden, dann ist der Wasser-Zement-Wert optimal. Falls sich ein Wasserfilm bildet, solltest du noch etwas Trockenmasse zugeben. 

Schritt 3 – Beton in die Schalung einfüllen

Ist der Beton fertig angemischt, kann er in die vorbereitete Schalung eingefüllt werden.

Dabei arbeite ich lieber in mehreren Schichten als die Schalung sofort komplett zu füllen. Dadurch lässt sich der Beton besser verteilen und Luft kann einfacher entweichen.

Mit einer Maurerkelle wird der Beton zunächst grob verteilt und bis in alle Ecken geschoben. Gerade an den Kanten entstehen später die sichtbaren Flächen der Betonkufe. Deshalb sollte hier besonders sorgfältig gearbeitet werden.

Während des Einfüllens wird jede Schicht verdichtet.

Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Bei kleineren Projekten reicht es oft schon aus, mit einem Gummihammer vorsichtig gegen die Außenseiten der Schalung zu klopfen. Die Vibration sorgt dafür, dass eingeschlossene Luftblasen nach oben steigen können.

Alternativ kann auch ein kleiner Innenrüttler verwendet werden. Dabei sollte jedoch nicht zu lange gerüttelt werden. Wird der Beton übermäßig verdichtet, können sich die Bestandteile entmischen und das Oberflächenbild verschlechtert sich.

Nach jeder Lage wird erneut Beton eingefüllt und wieder verdichtet. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis die Schalung vollständig gefüllt ist.

Zum Schluss wird die Oberfläche mit einer Kelle sauber abgezogen und geglättet.

 


💡 Warum ist das Verdichten so wichtig?

 

Luftblasen gehören zu den häufigsten Ursachen für unschöne Sichtbetonoberflächen.

Wird der Beton nicht ausreichend verdichtet, bleiben kleine Lufttaschen im Bauteil zurück. Nach dem Ausschalen werden diese als sogenannte Lunker sichtbar.

 

 

Ein paar kleine Lunker verleihen Beton zwar oft einen natürlichen Charakter, größere Hohlräume wirken jedoch schnell unprofessionell und unschön.

 

Beton richtig aushärten lassen:

 

Nachdem die Schalung vollständig gefüllt wurde, beginnt der vielleicht wichtigste Teil des gesamten Projekts: das Aushärten. Viele denken, dass Beton einfach trocknet. Tatsächlich handelt es sich jedoch um einen chemischen Prozess. Der Zement reagiert mit Wasser und bildet dabei feste Kristallstrukturen, die dem Beton seine hohe Festigkeit verleihen.

 

Gerade in den ersten Tagen sollte der Beton deshalb nicht austrocknen. Bei warmem Wetter empfiehlt es sich, die Schalung mit einer Folie abzudecken. Dadurch bleibt ausreichend Feuchtigkeit im Bauteil und der Beton kann gleichmäßig abbinden.

 

Je länger der Beton in der Schalung bleibt, desto geringer ist die Gefahr, dass Kanten ausbrechen oder die Oberfläche beschädigt wird. Bei normaler Raumtemperatur beginne ich nach etwa 48 Stunden mit dem Ausschalen. 

 


⚠️ Häufiger Fehler

 

Direkte Sonneneinstrahlung oder starker Wind können dem frischen Beton zu schnell Feuchtigkeit entziehen. Die Folge können feine Schwindrisse oder eine ungleichmäßige Oberfläche sein. Decke den Beton deshalb während der ersten Tage möglichst ab und schütze ihn vor dem Austrocknen.

Schritt 4 - Die Betonkufen ausschalen

Nach etwa zwei Tagen hat der Beton ausreichend Festigkeit erreicht und die Schalung kann entfernt werden.

Nimm dir für diesen Arbeitsschritt Zeit. Je vorsichtiger du vorgehst, desto geringer ist die Gefahr, dass Kanten oder Ecken beschädigt werden. Bei Sichtbeton lassen sich kleine Ausbrüche später zwar ausbessern, schöner ist es aber natürlich, wenn sie gar nicht erst entstehen.

 

Zuerst werden alle Schrauben der Schalung entfernt. Anschließend können die einzelnen Schalungsteile Stück für Stück gelöst werden. Dank des zuvor aufgetragenen Trennmittels sollte sich die Schalung problemlos vom Beton lösen.

 

Jetzt zeigt sich zum ersten Mal die fertige Oberfläche.

 

Kleine Lunker oder feine Poren gehören bei Beton dazu und machen jedes Bauteil zu einem Unikat. Genau diese natürliche Struktur ist es, die Sichtbeton seinen besonderen Charakter verleiht.

 

Sollten dennoch größere Fehlstellen entstanden sein, können diese mit einem feinen Reparaturmörtel oder einer passenden Spachtelmasse ausgebessert werden.

 


💡 Praxistipp

 

Frische Betonkanten sind noch relativ empfindlich. Stelle die Betonkufen deshalb nicht direkt auf harte Untergründe wie Pflaster oder Betonplatten. Eine Styroporplatte oder eine Gummimatte schützt die Kanten vor Beschädigungen.

Schritt 5 – Die Betonoberfläche schützen

Auch wenn Beton äußerst robust ist, besitzt er eine offene Porenstruktur. Ohne zusätzlichen Schutz können Feuchtigkeit und Schmutz relativ leicht in die Oberfläche eindringen.

 

Deshalb empfiehlt es sich, die fertigen Betonkufen zu imprägnieren. Die Betonimprägnierung dringt tief in die Poren ein und reduziert die Wasseraufnahme deutlich, ohne die natürliche Optik des Betons zu verändern. Gerade bei Gartenmöbeln ist dieser Schutz sinnvoll, da die Oberfläche dauerhaft Witterungseinflüssen ausgesetzt ist.

 

 

Tipp: Trage die Imprägnierung so lange auf den Beton auf, bis die Oberfläche keine Imprägnierung mehr aufnimmt, so erreichst du die beste Schutzwirkung.

Schritt 6 – Die Holzauflage herstellen

Während die Betonkufen aushärten, kann bereits die Sitzfläche vorbereitet werden.

 

Ich habe hierzu 5 cm starkes Konstruktionsholz aus dem Baumarkt verwendet. Natürlich kannst du deine Sitzfläche auch aus Massivholz erstellen, dies wirkt noch edler, ist aber auch deutlich teurer.

 

Die einzelnen Konstruktionshölzer habe ich mit Gewindestangen und Langmuttern aus Edelstahl fixiert, danache habe ich die Hölzer auf die gewünschte Länge zugeschnitten.  

 

Zum Schluss habe ich die Sitzfläche mit einer Holzschutzfarbe gestrichen, hierdurch ist das Holz effektiv gegen Witterungseinflüsse geschützt. 

 


Warum ich Holz und Beton so gerne kombiniere

Beton wirkt modern, geradlinig und massiv. Holz bringt dagegen Wärme und Natürlichkeit ins Projekt.

Erst die Kombination beider Materialien sorgt dafür, dass die Bank trotz ihrer massiven Betonkufen leicht und einladend wirkt.

 

Genau dieser Kontrast macht Möbel aus Beton für mich so interessant.

Schritt 7 – Die Sitzbank montieren

Sobald die Betonkufen vollständig ausgehärtet sind und auch die Holzauflage fertig vorbereitet wurde, kann die Bank montiert werden.

 

Zur Montage an der Kufen habe ich an der Unterseite der Sitzfläche eine Metallprofil angebracht, mit welchem die Sitzfläche an den Kufen fixiert werden kann. Ich habe die Sitzfläche jedoch aktuell nur aufgelegt, da die Bank auch so sicher steht.

 

Dann ist deine Sitzbank aus Holz und Beton auch schon fertig. 

 

 

Noch mehr über Beton lernen

 

Wenn du tiefer in das Thema einsteigen möchtest, findest du auf meinem Blog viele weitere Anleitungen rund um Beton, Sichtbeton und Betonmöbel.

 

Falls du die Grundlagen von Anfang an Schritt für Schritt lernen möchtest, empfehle ich dir meinen Onlinekurs „Grundlagen der Betonverarbeitung“.

 

Dort zeige ich dir ausführlich, worauf es bei Schalungsbau, Betonmischungen, Bewehrungen, Zusatzmitteln und der Herstellung hochwertiger Sichtbetonoberflächen ankommt.

 

 

Viele der Tipps, die ich heute ganz selbstverständlich anwende, stammen aus Erfahrungen, die ich über viele Jahre und zahlreiche Projekte gesammelt habe. Genau dieses Wissen möchte ich im Kurs weitergeben und dir helfen, typische Anfängerfehler von Anfang an zu vermeiden.