Beton und Holz gehören für mich zu den schönsten Materialkombinationen überhaupt. Während Beton für Stabilität, Langlebigkeit und eine moderne Optik sorgt, bringt Holz Wärme und Natürlichkeit ins Projekt. Genau diese Kombination macht Möbel aus Beton so besonders.
In dieser Anleitung zeige ich dir Schritt für Schritt, wie ich eine massive Sitzbank mit zwei Betonkufen und einer Sitzfläche aus Holz gebaut habe. Die Bank eignet sich perfekt für den Garten, die Terrasse oder den Eingangsbereich und kann mit etwas handwerklichem Geschick problemlos selbst gebaut werden.
Ich gehe dabei nicht nur auf die einzelnen Arbeitsschritte ein, sondern zeige dir auch, worauf du achten solltest, damit die Betonoberfläche möglichst sauber wird und du dir unnötige Nacharbeit ersparst.
Die fertige Sitzbank besteht aus zwei massiven Betonkufen, die das Gewicht der Bank tragen. Als Sitzfläche kommt eine massive Holzbohle zum Einsatz, die dem Möbelstück einen warmen Kontrast verleiht.
Durch das schlichte Design passt die Bank sowohl in moderne als auch in klassische Gärten und kann problemlos mehrere Jahrzehnte überdauern.
Für eine bequeme Sitzhöhe haben sich etwa 40 bis 45 Zentimeter bewährt. Die Sitzfläche sollte ungefähr 35 bis 40 Zentimeter tief sein. Die Länge kannst du natürlich individuell anpassen.
Da Beton ein hohes Eigengewicht besitzt, empfiehlt es sich, die Betonkufen nicht unnötig massiv auszuführen. Bereits relativ schlanke Bauteile besitzen eine enorme Tragfähigkeit.
Auch die spätere Holzauflage solltest du bereits jetzt berücksichtigen. Je nach Holzart verändert sich das Gesamtbild der Bank erheblich. Eiche sorgt beispielsweise für eine besonders hochwertige Optik, während Lärche oder Douglasie eine gute Alternative für den Außenbereich darstellen.
Tipp: Erstelle dir vor dem Bau eine einfache Skizze mit allen Maßen. Dadurch lassen sich Fehler beim Zuschnitt der Schalung später vermeiden.
Die Qualität einer Sichtbetonoberfläche beginnt bereits beim Bau der Schalung. Jede Unebenheit und jede schlecht abgedichtete Fuge wird später 1:1 auf dem Beton sichtbar sein.
Deshalb lohnt es sich, für diesen Arbeitsschritt etwas mehr Zeit einzuplanen und sauber zu arbeiten.
Ich verwende für die Schalung beschichtete Schalplatten, diese sind in jedem Baumarkt erhältlich. Durch die glatte Oberfläche erhält man später auch komplett glatten Sichtbeton.
Zunächst werden alle Schalungsteile entsprechend der geplanten Maße zugeschnitten. Anschließend werden die einzelnen Platten sorgfältig miteinander verschraubt. Wichtig ist dabei, möglichst exakt zu arbeiten, damit später alle Kanten sauber aufeinandertreffen. Nachdem die Schalung verschraubt wurde, werden sämtliche Innenfugen mit Silikon abgedichtet.
Dieser Arbeitsschritt wird häufig unterschätzt, hat aber einen großen Einfluss auf das spätere Ergebnis. Ohne Silikon kann Zementleim aus den Fugen austreten. Dadurch entstehen unsaubere und brüchige Kanten.
Das Silikon wird anschließend mit einem Fugenglätter sauber abgezogen, sodass gleichmäßige Übergänge entstehen. Ich verwende hier ein spezielles Fugenwerkzeug mit welchem sich eine schöne Rundung erzielen lässt.
Nach dem Aushärten des Silikons werden die Silikonüberstände entfernt und ein dünner Film Trennmittel auf die Schalungsoberfläche aufgetragen.
Hier gilt ganz klar: Weniger ist mehr!
Ein zu dicker Auftrag verbessert das Ausschalen nicht. Im Gegenteil – überschüssiges Trennmittel kann später Flecken oder Wolken auf der Betonoberfläche verursachen. Ein hauchdünner, gleichmäßiger Film reicht vollkommen aus.
Für die Betonkufen habe ich eine Fertigmischung Betonestrich aus dem Baumarkt verwendet, diese habe ich noch durch die Zugabe von 5% zusätzlichem Zement und Microsilica aufgewertet. Durch das Microsilica wird der Beton deutlich dichter und damit auf Dauer auch deutlich witterungsbeständiger.
Ein häufiger Fehler besteht darin, zu viel Wasser zu verwenden. Der Beton wirkt dadurch zwar zunächst geschmeidiger, verliert aber an Festigkeit und neigt stärker zu Lunkern, Ausblühungen und Schwindrissen.
Der Beton sollte eine gut fließfähige Konsistenz besitzen, ohne dabei zu dünn zu werden. Zur Verbesserung der Fließfähigkeit habe ich dem beton zusätzlich noch ein Fließmittel beigemischt, dadurch lässt sich der Beton auch deutlich einfacher verdichten und man erhält später weniger Lufteinschlüsse auf der Oberfläche.
Praxistipp: Lass den Beton nach dem ersten Anmischen ein bis zwei Minuten ruhen. Auf der Oberfläche darf sich jetzt kein Wasserfilm bilden, dann ist der Wasser-Zement-Wert optimal. Falls sich ein Wasserfilm bildet, solltest du noch etwas Trockenmasse zugeben.
Dabei arbeite ich lieber in mehreren Schichten als die Schalung sofort komplett zu füllen. Dadurch lässt sich der Beton besser verteilen und Luft kann einfacher entweichen.
Mit einer Maurerkelle wird der Beton zunächst grob verteilt und bis in alle Ecken geschoben. Gerade an den Kanten entstehen später die sichtbaren Flächen der Betonkufe. Deshalb sollte hier besonders sorgfältig gearbeitet werden.
Während des Einfüllens wird jede Schicht verdichtet.
Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Bei kleineren Projekten reicht es oft schon aus, mit einem Gummihammer vorsichtig gegen die Außenseiten der Schalung zu klopfen. Die Vibration sorgt dafür, dass eingeschlossene Luftblasen nach oben steigen können.
Alternativ kann auch ein kleiner Innenrüttler verwendet werden. Dabei sollte jedoch nicht zu lange gerüttelt werden. Wird der Beton übermäßig verdichtet, können sich die Bestandteile entmischen und das Oberflächenbild verschlechtert sich.
Nach jeder Lage wird erneut Beton eingefüllt und wieder verdichtet. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis die Schalung vollständig gefüllt ist.
Zum Schluss wird die Oberfläche mit einer Kelle sauber abgezogen und geglättet.
Luftblasen gehören zu den häufigsten Ursachen für unschöne Sichtbetonoberflächen.
Wird der Beton nicht ausreichend verdichtet, bleiben kleine Lufttaschen im Bauteil zurück. Nach dem Ausschalen werden diese als sogenannte Lunker sichtbar.
Ein paar kleine Lunker verleihen Beton zwar oft einen natürlichen Charakter, größere Hohlräume wirken jedoch schnell unprofessionell und unschön.
